Wirtschaftlicher Höhenflug

3,6 Prozent. So stark stieg 2010 das Bruttoinlandsprodukt (BIP) an und verzeichnete damit das größte Wachstum seit der deutschen Wiedervereinigung 1990. Dies teilte das Statistische Bundesamt heute mit. Die Bundesrepublik hat damit die Krise im Jahr 2009 gut überstanden, wo das BIP noch um -4,7 Prozent einbrach.

Demnach ist die deutsche Wirtschaft doppelt so stark gewachsen wie die der gesamten Euro-Zone. Hier geht man beim Statistischen Bundesamt nur vom einem Wachstum von 1,7 Prozent aus. So hätten voraussichtlich nur Schweden und die slowakische Republik ein größeres Wachstum, wie Roderich Egeler, der Präsident des Statistischen Bundesamts gegenüber der Nachrichtenagentur AFP mitteilte.

Starker Export

„Deutschland ist besonders gut aus der Krise gekommen“, so Egeler. Der Grund hierfür sei im deutlichen Nachfrageanstieg im In- und Ausland zu finden. So stieg die deutsche Exportrate kräftig an und viele Unternehmen erreichten mit Wachstumsraten von bis zu 14,2 Prozent schon fast wieder Vorkrisenniveau. Auch der Binnenkonsum wuchs mit einem Plus von 0,9 Prozent im letzten Jahr leicht.

Positive Signale sendete auch der Arbeitsmarkt. Mit 40,5 Millionen Beschäftigten gab es im vergangenen Jahr so viele Erwerbstätige wie nie zuvor. Jedoch sind die größten Beschäftigungszuwächse in atypischen Beschäftigungsverhältnissen wie etwa der Leiharbeit zu beobachten.

„Kurs auf Vollbeschäftigung“

Der Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) erklärte daraufhin, dass man auf dem Arbeitsmarkt wieder „Kurs auf Vollbeschäftigung“ nehme. „Die aktuellen Daten zeigen, dass die Menschen zu Recht optimistisch in die Zukunft blicken“, so Brüderle. Trotz dieser guten Entwicklung wurde 2010 die EU-Defizitgrenze überschritten – das erste mal seit fünf Jahren.

Insgesamt wiesen Bund, Länder und Gemeinden zum Jahresende ein Minus von 88,57 Milliarden Euro aus, was 3,5 Prozent des BIP entspricht. Laut dem Maastrichter Vertrag darf die Neuverschuldung nicht über drei Prozent des Bruttoinlandsproduktes liegen. Eine Strafe muss man hierzulande jedoch nicht befürchten, da die EU-Kommission wegen der Finanzkrise auf Sanktionen vorerst verzichtet.

Das könnte Sie noch interessieren:

Tags: , ,

Unsere Autoren

Kommentar schreiben

Service Line

  • Wir beraten Sie gerne persönlich
  • 0800 - 589 589 0