Kassenpatienten sollen künftig schneller Arzttermin erhalten

(foto) Zeitnahe Termine beim Facharzt Das lange Warten auf einen Termin beim Facharzt könnte für Kassenpatienten bald vorbei sein. Denn die Bundesregierung hat ein Gesetzentwurf ausgearbeitet, wonach Kassenpatienten zukünftig nur noch maximal vier Wochen auf einen Termin beim Arzt warten müssen.

Wer einen Facharzt braucht, der muss vor allem eines mitbringen: Geduld. So gehört das Warten auf einen Termin einfach dazu. Nichtsdestotrotz gibt es Spezialisten, bei denen die Warterei zuweilen groteske Züge annimmt. Doch das könnte sich bald ändern.

Warten auf Termin keine Seltenheit

Vor einigen Wochen hatte die Stiftung Warentest ihre Leser im Internet dazu aufgerufen, ihre Erfahrungen beim Warten auf einen Arzttermin kundzutun. Aus dieser Umfrage ging hervor, dass nicht selten Wochen vergehen, bevor Patienten einen Termin beim Facharzt erhalten. So gaben 179 der 268 an der Erhebung teilgenommenen Leser an, dass sie mehr als vier Wochen warten mussten. Demgegenüber waren es 131 Menschen, die sich sogar zehn Wochen und länger zu gedulden hatten. Darüber hinaus berichteten 25 Leser von unterschiedlichen Erfahrungen in Abhängigkeit vom Facharzt. So sei es wohl am schlimmsten, einen Termin beim Haut- oder Augenarzt zu erhalten.

Terminservicestellen sollen das Warten verkürzen

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) weiß um das Problem der Kassenpatienten, so äußerte er, dass zu lange Wartezeiten eben bedauerlicherweise keine Einzelfälle seien. Aus diesem Grund sollen zukünftig sogenannte Terminservicestellen das Warten für Kassenpatienten verkürzen. Denn deren Mitarbeitern obliegt die Aufgabe, den gesetzlich Versicherten innerhalb von vier Wochen zu einem Termin beim Facharzt zu verhelfen. Die Terminvermittlung soll unter die Zuständigkeit der Kassenärztlichen Vereinigungen (KV) fallen. Wenn es diesen in Zukunft nicht gelingt, dem Kassenpatienten binnen einem Monat einen Facharzttermin zu verschaffen, muss ihm ein ambulanter Behandlungstermin im Krankenhaus angeboten werden. So sieht es zumindest der Gesetzentwurf vor, welcher bereits im Sommer 2015 umgesetzt werden könnte, sofern sich der Bundestag der Großen Koalition bei diesem Vorhaben anschließt.

Kassenpatienten gegenüber Privatpatienten benachteiligt?

Häufig sind Kassenpatienten der Meinung, dass privat Versicherte nicht so lange auf einen Termin beim Arzt warten müssten wie sie. Dieser Anschein könnte aus der Tatsache heraus entstanden sein, dass Privatpatienten sechs Minuten weniger Wartezeit im Warteraum haben, dies hat eine Umfrage vor einiger Zeit ergeben. Doch hier zeigte die Leserumfrage der Stiftung Warentest, dass dies nicht immer der Fall ist, sondern sehr stark vom Spezialisten abhängt. Zumal laut dem Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherung der Vorzug von Privatpatienten sowieso unzulässig ist. Demnach verhielte sich jeder Arzt mit einer Kassenzulassung rechtswidrig, sollte er privat Versicherte nicht so lang warten lassen wie Kassenpatienten, klärt Florian Lanz – Sprecher des GKV-Spitzenverbandes – auf.

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