Terminservice: So kommen Sie 2016 schneller zum Facharzt

Foto FacharztWas für Privatpatienten die Normalität in Sachen Gesundheit ist, kann für gesetzlich Versicherte ein Marathon werden: die Terminvereinbarung beim Facharzt. Der neue Terminservice der Krankenkassen soll 2016 dafür sorgen, dass auch Kassenpatienten schneller einen Arzt zu Gesicht bekommen.

Wer seiner Gesundheit zuliebe einen Termin beim Spezialisten will, muss meist eine Wartezeit von mehreren Wochen oder gar Monaten in Kauf nehmen. Egal ob Kardiologen, Orthopäden oder Dermatologen – sie alle haben lange Wartezeiten für gesetzlich versicherte Patienten. Für Menschen mit starken Beschwerden bleibt da nur auszuhalten, oder sich notgedrungen in die Ambulanzen der örtlichen Krankenhäuser zu begeben, die dafür eigentlich nicht vorgesehen sind. Abhilfe sollen die neuen Terminservicestellen schaffen, die den Erkrankten seit dem 25. Januar 2016 Termine innerhalb von vier Wochen beschaffen. Doch wie funktioniert das neue System der Terminvergabe für den Facharzt?

Alles läuft über die Terminservicestelle

Wer erwiesenermaßen die rasche Behandlung durch einen Facharzt benötigt, erhält dafür von seinem Hausarzt einen Überweisungsschein mit der entsprechenden Behandlungs- oder Verdachtsdiagnose und einem zwölfstelligen Code. Dann meldet er sich telefonisch bei seiner zuständigen regionalen Kassenärztlichen Vereinigung. Die Mitarbeiter organisieren innerhalb einer Woche einen Termin bei einem Spezialisten, der maximal vier Wochen nach der ersten Anfrage liegen darf. Für den Besuch beim Augenarzt oder Gynäkologen benötigen Patienten keine Überweisung, können den Service aber trotzdem in Anspruch nehmen.

Terminservice ist kein Wunschkonzert

So gut das System für alle klingt, die lange Wartezeiten umgehen und nicht verschiedene Arztpraxen abtelefonieren wollen, ein Haken bleibt dennoch. Mit dem Anruf bei der Terminservicestelle geben Patienten ihr Recht auf freie Arztwahl ab. Wer sich nur bei einem bestimmten Facharzt vorstellen will, kann beim Service seiner Kassenärztlichen Vereinigung keine Wünsche angeben. Die schnelle Terminvergabe eignet sich demnach nur für Menschen, die dringlichst einen Termin bekommen wollen. Routineuntersuchungen zur Vorsorge der Gesundheit und Bagatellerkrankungen werden vom Service generell nicht abgedeckt.

Nachfrage bisher verhalten

Wohl auch, weil sie so nicht schneller zum Wunscharzt kommen, nutzen bisher nur wenige Menschen die gesetzlich vorgeschriebenen Terminservicestellen. So berichtet die Kassenärztliche Vereinigung Berlin (KVB) von 365 Anrufen und 111 vermittelten Terminen innerhalb der ersten Woche. Einigen der Anrufern fehlte zudem die Codierung auf der Überweisung, welche die Dringlichkeit des Anliegens bescheinigt. Ohne den zwölfstelligen Code werden die Mitarbeiter im Service jedoch nicht tätig.

Kritik am System kommt vor allem von den Kassenärztlichen Vereinigungen selbst, die gesetzlich verpflichtet sind, den Terminservice anzubieten. Man schaffe damit keine neuen Termine, sondern verteile vorhandene lediglich um. Patienten empfehlen die KV daher, sich wie gewohnt selbst um einen Termin beim Facharzt zu bemühen und den Service nur im Notfall zu nutzen.

So erreichen Sie die Terminservicestellen in Ihrer Nähe:

Baden-Württemberg: 0711 / 7875 3966
Bayern: 0921 / 787765 55020
Berlin: 030 / 31003 383
Brandenburg: 0331 / 9822 9989
Bremen: 0421 / 9888 5810
Hamburg: 040 / 5555 3830
Hessen: 069 / 400 500000
Mecklenburg-Vorpommern: 0385 / 7431 877
Niedersachsen: 0511 / 5699 9793
Nordrhein-Westfalen: 0211 / 5970 8990
Rheinland-Pfalz: 06131 / 885 4455
Saarland: 0681 / 8577 30
Sachsen: 0341 / 2349 3733
Sachsen-Anhalt: 0391/ 627 8888
Schleswig-Holstein: 04551 / 3040 4931
Thüringen: 03643 / 779 6042

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2 Antworten zu “Terminservice: So kommen Sie 2016 schneller zum Facharzt”

  1. Pannasch, Petra sagt:

    ich habe da heute angerufen und wollte einen Termin für meinen Sohn bei Fr.Dr.Hidajat (Augenärztin)in Vechelde einen Termin haben.

    Eine sehr unfreundliche Person sagte wir sind kein Wunschkonzert,und die Arztpraxis sein gar nicht eingetragen zuvor hatte ich mit der Praxis telefoniert und sie sagten mir das sie Termine gemeldet haben.

    Des weiteren nannte sie mir einen Termin in einer anderen Praxis die für mein Sohn mit Bus und Bahn zu der Zeit nicht erreicht hätte, also hatte sie dann gar keinen Termin für meinen Sohn, mit ihren Worten dann kann ich nichts für sie tun.

    das nur wenige Menschen die gesetzlich vorgeschriebenen Terminservicestellen nutzen wundert mich nicht wenn man so unfreundlich behandelt wird.

  2. Hedden sagt:

    Nachdem meine 89-jährige, recht gebrechliche Mutter einen Termin in 7 Monaten bei den beiden einzigen, hier in Norden in Gemeinschaft praktizierenden Augenärzten in Aussicht gestellt wurde, habe ich bei der Servicestelle Niederschsen in Hannover angerufen. Die sehr freundliche Mitarbeiterin vermochte meiner Mutter einen Termin in 6 Wochen vermitteln. Diesen müssen wir nur noch von der Praxis bestätigen lassen. Das hat doch gut funktioniert…..

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