Was tun, wenn die Krankenkasse Leistungen verweigert?

(foto) Das kostet zu viel - Wenn Krankenkassen Leistungen nicht zahlenWohl ein jeder hat es schon erlebt: Die gesetzlichen Krankenkassen wollen beantragte Leistungen, wie etwa Krankengeld, Rehabilitationsmaßnahmen oder auch Hörgeräte, nicht übernehmen, obwohl im Grunde alles dafür spricht. Viele Patienten neigen bei Ablehnungsbescheiden dazu, sie einfach ohne große Widerworte hinzunehmen. Dabei lohnt es sich jedoch in vielen Fällen, gegen die Ablehnung vorzugehen.

Dass die Verweigerung von Leistungen seitens der Kassen keine Seltenheit darstellt und damit die Mitglieder der Krankenkassen mit dem Gesundheitswesen immer unzufriedener stimmt, beweist die Statistik der Unabhängigen Patientenbefragung Deutschland (UPD). Demnach führte die UPD von April 2013 bis März 2014 etwa 80.000 Beratungsgespräche, von denen es bei rund 35 Prozent um die Fragestellung ging, ob die Krankenkasse eine entsprechende Leistung zu bezahlen hat oder nicht. In einem Viertel der Fälle war das Krankengeld der Beweggrund und in etwa zwölf Prozent Reha-Maßnahmen. Ebenso andere Leistungen werden gern von den Krankenkassen abgelehnt – doch Patienten können oft ihr gutes Recht geltend machen.

Krankenkassen verweigern Leistungen: Einspruch einlegen

Wenn der Patient einen Ablehnungsbescheid erhält, kann er innerhalb einer Frist von vier Wochen gegen diesen Widerspruch einlegen. Sollten jedoch die gesetzlichen Krankenkassen ihre Kunden nicht angemessen über die Widerspruchsmöglichkeit in Kenntnis gesetzt haben, wird die Frist auf ein Jahr verlängert. Der Einspruch sollte stets auf schriftlichem Wege erfolgen. Ebenso empfiehlt es sich zur Sicherheit, das Schriftstück per Einschreiben sowie Rückschein an die Kassen zu schicken. Der Kunde muss auch deutlich machen, dass er mit der Ablehnung nicht einverstanden ist. Darüber hinaus sollte der Widerspruch gut begründet sein, denn je besser die Begründung, desto höher sind die Aussichten auf Erfolg.

Ärztliche Befunde bei Krankenkassen einreichen

Am besten lässt sich der Einspruch mit entsprechenden ärztlichen Befunden untermauern. Daher ist es in jedem Fall ratsam, einen Arzt mit ins Boot zu holen. So könne dieser beispielsweise eine Stellungnahme erarbeiten, welche die Gründe für die Ablehnung zielgerichtet außer Kraft setze, erläutert UPD-Beraterin Claudia Schlund.
Auch die Befunde von konsultierten Fachärzten sollten dem Widerspruchsschreiben beigelegt werden. Diese könnten – ebenso wie der Hausarzt – entsprechende Gutachten, die im Auftrag der Krankenkasse durchgeführt wurden, anzweifeln, sollten sie mit ihnen nicht einverstanden sein und sogar Zweitgutachten anfordern.

Krankenkassen lehnen Einspruch ab: Klage beim Sozialgericht

Sollten die Kassen auch denWiderspruch zurückweisen, bleibt dem Kunden noch der Weg über das Gericht. Binnen vier Wochen kann gegen diesen Ablehnungsbescheid beim Sozialgericht Klage eingereicht werden. Diese kostet nichts und ein Anwalt ist ebenso wenig von Nöten. Nichtsdestotrotz empfiehlt es sich, einen Juristen zurate zu ziehen, der auf Sozialrecht spezialisiert ist. Doch für den Fall, dass der Kunde den Rechtsstreit gegen die Krankenkasse verliert, bleibt er auf dessen Kosten sitzen.

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Eine Antwort zu “Was tun, wenn die Krankenkasse Leistungen verweigert?”

  1. Geoline15 sagt:

    Immer wieder verwunderlich, wie Krankenkassen entscheiden. Auf der einen Seite mal ein Fortschritt, dass Umlagerungshilfen von Krankenkassen bezahlt werden und auf der anderen Seite wird wieder gespart. Sehr seltsam.

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