Abzocke beim Basiskonto: So schröpfen Banken ihre Kunden

Bild Kosten fürs BasiskontoDas Konto für Jedermann soll denjenigen zugute kommen, die sonst für ein Bankkonto nicht in Frage, so etwa Obdachlose oder. Seit Juni 2016 sind die deutschen Kreditinstitute gesetzlich verpflichtet, ein solches Basiskonto anzubieten. Für die neuen Bankkunden kann ein solches Angebot jedoch teuer werden.

Das Basiskonto, wie es seit dem 19. Juni 2016 vorgeschrieben ist, ist ein Kontomodell auf Guthabenbasis mit dazugehöriger Bankkarte. Es kommt all jenen zugute, die bisher kein Konto hatten, sei es wegen fehlendem Einkommen, wegen Wohnungslosigkeit oder weil der soziale Status nicht zu den Ansprüchen einer Bank passt. Wer ein solches Basiskonto nutzen möchte, muss jedoch bei vielen Banken auch Gebühren zahlen, die so gar nicht zum sozialverträglichen Jedermann-Konto passen, wie eine aktuelle Auswertung der FMH Finanzberatung zeigt.

Basiskonto: Zu teuer, zu intransparent

Nur wenige Geldhäuser berechnen für das gesetzlich vorgeschriebene Basiskonto keine Gebühren. Bei einigen Banken liegen die monatlichen Gebühren zwischen 2,95 Euro und 15 Euro. Besonders unverständlich ist zudem, dass viele Kreditinstitute ihre Kosten nicht übersichtlich an prominenter Stelle veröffentlichen. Vielmehr müssen Kunden oft erst das Preis- und Leistungsverzeichnis absuchen, um Gebühren und Extrakosten zu finden. Und das, obwohl das Bundesverbraucherschutzministerium den Banken eine bessere Vergleichbarkeit von Zahlungskontodiensten und -entgelten auferlegt hatte. Wer der deutschen Sprache nicht ganz mächtig, oder mit dem „Bankdeutsch“ überfordert ist, weiß vielleicht nicht einmal, welche monatliche Belastung er sich mit einem Basiskonto aufbürdet. Die Banken verlangen unter anderem gebühren für das Online-Banking, Überweisungen oder Girokarten. Bei durchschnittlicher Nutzung würden so etwa 40 Euro pro Jahr fällig, so die Experten der Finanzberatung. Für einen Normalverdiener ist dieser Beitrag sicher zu verschmerzen, für Menschen ohne oder mit geringem Einkommen ist er ein erheblicher Einschnitt, der sie unter Umständen davon abhält, überhaupt ein Konto zu eröffnen.

So viel kostet das Basiskonto

Es gibt jedoch noch Banken, die ein kostenfreies Konto anbieten:

● Consorsbank: Basiskonto und Online-Kontoführung sind gratis, ebenso wie die Visa Card. Eine beleghafte Überweisung kostet 2,95 Euro.

● Comdirekt: Gratis sind das Konto und die Girocard, sowie drei Bareinzahlungen. Danach kosten Aufträge je 1,90 Euro.

● ING-Diba: Basiskonto und Girocard sind kostenlos.

Weniger als fünf Euro im Monat kostet das Basiskonto für jedermann immerhin noch bei diesen Banken:

● Hypovereinsbank: Das Jedermann-Konto namens BasisKonto Aktiv inklusive HVB Servicekarte für Abbuchungen kostet 2,90 Euro im Monat. Eine EC-Karte wird mit fünf Euro extra berechnet, die Belegüberweisung mit 2,50 Euro.

● BBBank: Vier Euro werden monatlich für das Basiskonto fällig, 3,50 Euro extra für die Bankkarte.

● Volkswagen Bank: Monatliche Kosten für Basiskonto mit Bank Card und Kontoführung online schlagen mit 4,50 Euro zu Buche. Überweisungen kosten je zwei Euro.

Besonders teure Bankangebote

Doch es gibt auch Banken, die von ihren Basiskonto-Kunden mehr als fünf Euro verlangen und damit über den Kosten der meisten Girokonten mit Online-Kontoführung liegen. Im einzelnen sind das die Postbank, Commerzbank, Targobank, Deutsche Bank und Santander Consumer Bank.

Verbraucherschützer zeigen sich angesichts der hohen Gebühren schockiert und prüfen derzeit, ob in Einzelfällen Abmahnungen durchzuführen sind. Kunden bleibt nur, die Girokonto-Angebote der Banken sorgfältig zu vergleichen und bei Nichtverständnis auch gezielt nachzufragen.

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