Comdirect unter hausgemachter Belastung

(Bild) Girokonto ComdirectDie Commerzbank-Tochter Comdirect aus Quickborn erlebt eine Phase des Schwächelns. Der Gewinn sackt ein und die Aktie gibt nach. Ausgangspunkt ist ausgerechnet das Girokonto der Comdirect, welches bislang das Schlachtschiff der Direktbank war.

Jede Bank begehrt um Kunden. Das war schon immer so und ist auch 2014 nicht anders; insbesondere nicht bei der Comdirect. Um Kunden anzulocken, bietet man ein attraktives Vorzeigeprodukt an. Wie bei der Mutter Commerzbank ist es das Girokonto mit Startguthaben. 50 Euro gibt es bislang von der Bank, wenn man für ein neues Girokonto lieber zur Comdirect, als anderswohin geht. Weil die Zinsen für die Bank aber so niedrig sind, wird die Prämie zur hausgemachten Belastungsprobe.

Girokonto der Comdirect rechnet sich kaum

Was für den Privatmensch ein gutes Geschäft ist, bereitet der Comdirect Sorgen. Das niedrige Zinsniveau hindert die Comdirect an großen Sprüngen und so sind die 50 Euro, die ausgezahlt werden, eine schwere Belastung. Nach aktuellen Zinsen dauert es einige Jahre, bis sich ein neues Girokonto für die Comdirect wieder rechnet. Vor drei Jahren standen da die Zeichen besser, als 2014. Die Comdirect will nun aber keinesfalls einknicken. Stattdessen soll an der Wachstumsstrategie festgehalten werden. Schließlich hat die Comdirect im letzten Jahr erstmals die Marke von einer Million Girokonten erreicht. Zum Jahresbeginn 2014 nutzten 1,04 Millionen das Girokonto der Bank.

Große Zufriedenheit mit der Comdirect

Im Gegenzug kann sich die Direktbank Comdirect aber zumindest darüber freuen, dass sie den wenigsten Interessenten weitere 50 Euro zahlen muss. Immerhin offeriert das Unternehmen eine Prämie in dieser Höhe ein zweites Mal zu bezahlen, sollte man mit dem Girokonto der Comdirect unzufrieden sein. Die Zahl der Kunden, die mit dem Girokonto der Comdirect unzufrieden sind, liege aber bei Tausendsteln, so die Bank selbst.

Weniger Gewinn für mehr Wachstum

Der Finanzvorstand der Comdirect, Holger Hohrein, bilanziert, dass der Gewinn der Comdirect im Vorjahr um etwa 14 Prozent auf 80 Millionen Euro zurückging. Dieser Trend sei anhaltend, meint er. Verantwortlich seien höhere Ausgaben der Bank ohne steigende Gewinne. Um zukünftig aber unabhängiger von der Zinsentwicklung wirtschaften zu können, sei der Einstieg in das Kreditgeschäft näher denn je. In 2014 ist mit dem Unternehmen Kreditgeschäft der Comdirect aber nicht mehr zu rechnen. Die Bank wird solange Kredite weiterhin nur vermitteln.

Comdirect enttäuscht Aktionäre

Unterdessen lassen sich die Anleger offenbar nicht von der Zukunftsmusik belehren. Die Aktie der Comdirect bricht ein; auch weil die Dividende für 2013 um etwa 20 Prozent von 44 auf 36 Cent je Aktie reduziert wurde. Der Aktienkurs fiel kurz darauf um 2,5 Prozent. So verärgert zeigte man sich wohl deshalb, weil die Comdirect eigentlich erfolgreich gewirtschaftet hatte. Sie steht für über ein Drittel des Gewinns im gesamten Privatkundengeschäft des Mutterkonzerns Commerzbank 2013.

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