Finanztest: Kritik an Gebühren für Fremdabhebungen

Bild Geld abhebenNoch ist das Geldabheben am Automaten kostenlos. Was sich laut Experten in den kommenden zwei Jahren noch ändern soll, ist für jene Verbraucher längst Realität, die Bargeld am Automaten einer fremden Bank holen wollen. „Finanztest“ kritisiert nun die Praxis der Gebühren an fremden Geldautomaten.

Für Verbraucher, die nur schnell Geld abheben wollen, sind Gebühren an Fremdautomaten nicht so leicht ersichtlich, wie sie es sein sollten. Das kritisiert „Finanztest“ in der aktuellen Dezember-Ausgabe. Demnach zeigten viele Sparkassen und Banken ihre Gebühren für das Geldabheben mit fremden Girokarten an den Automaten erst reichlich spät an – nach der Eingabe der Geheimnummer. Das war bei 14 von 20 Anbietern der Fall. Dabei kann der Automat schon nach dem Einstecken der Karte erkennen, ob diese zur eigenen Bank oder einem anderen Geldinstitut gehört.

Abheben am fremden Geldautomaten

Bei einer Untersuchung in Berlin und München nahm die Stiftung Warentest 20 Anbieter unter die Lupe, darunter Sparkassen, Banken und spezialisierte Betreiber von Geldautomaten. Dabei nutzen einige Geldhäuser wohl den Umstand aus, dass es keine gesetzlichen Vorgaben darüber gibt, wann genau Kunden über die anfallenden Gebühren zu informieren seien. Verbraucher müssten nur die Möglichkeit haben, den Vorgang abzubrechen, wenn er ihnen zu teuer erscheine, so „Finanztest“. Nur sechs Banken im Test zeigten das Entgelt schon vor Eingabe der PIN an: Deutsche Bank, Commerzbank, Postbank, ING-Diba, Targobank und Volkswagen Bank. Diese Anbieter informierten Besitzer fremder Girokarten auch recht übersichtlich anhand eines kurzen Textes über die zu zahlende Gebühr.

Gebühren bis zu 7,99 Euro

Beim Praxistest fielen jedoch etliche negative Aspekte der verschiedenen Anbieter ins Auge. So hätte ein anderes Geldinstitut die Kunden in einem äußerst langen Text „in sehr kleiner Schrift“ über die Kosten aufgeklärt. Auch die Höhe der gebühren variiert stark: Von 1,95 Euro bei DKB, ING-Diba und Volkswagen Bank, über weit verbreiteten 3,50 Euro bis 4,95 Euro bei vielen größeren Banken und Sparkassen, kann eine Fremdabhebung bei Cardpoint und Bankhaus August Lenz bis zu 7,99 Euro betragen.

Politik sieht keinen Handlungsbedarf

Trotz der eher kundenunfreundlichen Praxis vieler Anbieter sieht die Bundesregierung keinen Handlungsbedarf gegen Gebühren für Fremdabhebungen. Verbraucher nutzten Automaten außerhalb ihres eigenen Filialnetzes eher in Ausnahmesituationen. Zudem könnten sie aufgrund der „transparenten Preisanzeige“ selbst entscheiden, ob sie das Geld abheben wollten, oder nicht, so die Begründung.

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