Zahlen wir bald Gebühren fürs Geld abheben?

Bild Girokonto: Geld abhebenDer Gebührenwahnsinn geht weiter! Als ob die Nachrichten über ständig steigende Gebühren für das Girokonto nicht genug wären, kommt nun vielleicht ein neuer Schrecken auf Bankkunden zu. Wenn es nach Finanzexperten geht, soll bald auch auch das Geldabheben am Automaten etwas kosten.

Inhaber von Girokonten haben es nicht leicht. Ob Gebühren für die Kontoführung oder für einzelne Dienste – nur noch wenige Kontoangebote der Banken kommen ohne Zusatzkosten aus. Durch die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) wird es für die Geldhäuser immer schwieriger, mit Krediten plus zu machen. Deshalb sollen Gebühren für Kunden die fehlenden Summen ausgleichen.

Immer mehr Kosten fürs Girokonto

Bisher beschränkten sich die Zusatzkosten auf die monatliche Führung des Girokonto oder einzelne Dienstleistungen, wie etwa Belegbuchungen und Services am Schalter. Wie die „Bild“-Zeitung berichtet, soll auch das Geldabheben künftig etwas kosten, egal ob Kunden dazu den Geldautomaten oder den Schalter nutzen. Dessen ist sich Bankprofessor Dirk Schiereck von der TU Darmstadt sicher. Eine kostenlose Bargeldversorgung solle es demnach schon in naher Zukunft nicht mehr geben. Dass auch das Abheben am bankeigenen Geldautomaten in ein bis zwei Jahren mit Gebühren belegt werden soll, versetzt Bankkunden in Schrecken. Denn viele Verbraucher nutzen den Automaten ganz selbstverständlich und wöchentlich, manche sogar täglich. Wenn jede Auszahlung kostet, wird ein Großteil der Girokonto-Inhaber entweder mehr Beträge mit der EC-Karte bezahlen oder aber seltener und dafür größere Summen abheben. Ab 2018, so Finanzexperte Schierek, würden die Banken mit den Gebühren für das Geldabheben anfangen.

Geldautomaten als teurer Service

Denn gerade Geldhäuser mit dichtem Filialnetz kommen ihre Automaten teuer zu stehen. Wer etwa einen Geldautomat im Supermarkt positioniert, zahlt allein für die Miete bis zu 350 Euro im Monat. Hinzu kommen Wartung und tägliches Befüllen mit neuen Geldscheinen. Bisher wurden diese Kosten meist querfinanziert aus den Zinsen der Spareinlagen, diese werfen jedoch in diesen Tagen kaum noch Gewinn ab. So müssten die Geldautomaten bald selbst zur Einnahmequelle werden, wenn Banken und Sparkassen diesen Service weiter finanzieren wollen. In Skandinavien ist dieses Vorgehen bereits üblich. So gebe es in Schweden bereits in der Hälfte der Bankfilialen keine Geldautomaten mehr und 90 Prozent der Transaktionen würden digital ausgeführt, so der Volkswirt Schiereck. Denn letzten Endes wären Gebühren für das Geldabheben am Automaten auch Anreiz für Bankkunden, mehr ihrer Geschäfte online abzuwickeln.

Banken und Sparkassen geben sich ahnungslos

Bei den deutschen Banken und Sparkassen gibt man sich ob der genannten Prognosen zunächst ahnungslos. Zwar würden immer mehr Transaktionen digital vorgenommen, der Bargeldverkehr ginge jedoch nicht signifikant zurück, so eine Sprecherin des bayerischen Sparkassenverbands. Von Plänen, das Geldabheben mit Kosten zu belegen, weiß man dort nichts, genauso wenig bei der Commerzbank und den Volks- und Raiffeisenbanken. Wie es mit dieser Haltung 2018 aussehen wird? GELD.de hält Sie auf dem Laufenden!

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