Kostenfalle Girokonto: Überhöhte Dispozinsen vor Gericht

Bild Überziehungszinsen für DispokreditMillionen Deutsche verfügen über ein Girokonto, über das die meisten Zahlungsvorgänge im Alltag laufen. Doch wenn mehr Geld abgezogen wird, als auf dem Konto liegt, rutschen Bankkunden leicht in den Dispositionskredit. Horrenden Gebühren für den Dispo soll künftig jedoch ein Riegel vorgeschoben werden, wie der Bundesgerichtshof (BGH) am Dienstag entschieden hat.

Wie funktioniert der Dispokredit?

Mit dem Dispositionskredit geben Geldhäuser ihren Kunden die Möglichkeit, das Konto über die eigentlich vorhandene Summe hinaus zu überziehen. Das kann praktisch sein, wenn kurzfristig kleinere Mengen Geld benötigt werden. Doch diesen Service lassen sich die Banken auch etwas kosten. Im Vergleich zu einem Ratenkredit liegen die Zinsen für den Dispo wesentlich höher. Laut Stiftung Warentest waren es zum 1. Juli dieses Jahres durchschnittlich 9,91 Prozent. Kunden kommen an das teure Geld zwar verhältnismäßig schnell und einfach, der Kreditrahmen ist dabei jedoch meist auf eine bestimmte Summe beschränkt, etwa 400 oder 1.000 Euro.

Warum stehen Dispokredite in Verruf?

Verbraucherschützer raten generell von der Überziehung des Girokonto ab, weil damit oft horrende Kosten einhergehen. Besonders die Praxis der Banken, schon bei der kleinsten Überziehung eine Mindestpauschale geltend zu machen, steht in der Kritik. So handhabte es beispielsweise die Deutsche Bank, wo selbst wenige Cent im Minus gleich 6,90 Euro kosteten. Erst bei Erreichen der 6,90 Euro sollte der reguläre Zinssatz von 16,5 Prozent greifen. Wegen der unverhältnismäßigen Gebühren reichten die Verbraucherschütze Klage gegen die Deutsche Bank und auch die Targobank ein. In letzter Instanz hat der BGH nun am Dienstag ein Urteil gefällt.

BGH untersagt Mindestpauschalen

Mindestpauschalen bei der Kontoüberziehung sind unzulässig. So sieht es der BGH in letzter Instanz. Damit befinden die Richter es für unrechtmäßig, dass Banken über die Mindestpauschalen ihren Aufwand für den Dispokredit direkt auf ihre Kunden umlegen. Den Geldinstituten bleibt jedoch immer noch die Möglichkeit, ihre Kosten durch höhere Zinsen einzuholen. Zumindest für Kontoinhaber mit geringen Überziehungssummen verringern sich so die Gebühren.

Hohe Dispozinsen sind kein Muss

Kein Bankkunde ist gezwungen, horrende Überziehungszinsen einfach so zu akzeptieren. Seit März sind Geldhäuser gesetzlich dazu verpflichtet, ihre Kosten transparent und leicht zugänglich darzustellen. Wer weiß, dass er den Dispo hin und wieder benötigt, kann mit einem gezielten Girokonto-Vergleich viel Geld sparen. Das Girokonto zu wechseln, ist mit dem neuen Kontoumzugsservice der Banken so einfach wie noch nie geworden, weshalb Kunden unbedingt aktiv werden sollen, wenn ihre Hausbank die Gebühren weiter erhöht.

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