SEPA Verfahren: IBAN und BIC sind keine russischen Dörfer

(Bild) Sepa-UmstellungNoch 99 Tage bis SEPA: Am 1. Februar 2014 startet europaweit das Projekt „Einheitlicher Euro Zahlungsverkehrsraum“ (engl. Single Euro Payments Area), im Zuge dessen auch jedes deutsche Konto auf IBAN und BIC umgestellt wird. Wer die Abkürzungen noch für russische Dörfer hält, sollte sich nun informieren.

Obwohl die Europäische Zentralbank (EZB) unbeirrt zur Eile drängt, hängt Deutschland der SEPA Einführung bislang noch hinterher. Das betrifft nicht nur die technische Umstellung, sondern auch die mentale Einstellung vieler Bankkunden. Die Macht der Gewohnheit trägt dazu bei, dass sich das Interesse für das SEPA Verfahren bisher in Grenzen hält. Vom Privathaushalt bis zum Unternehmen, vom Schützenverein bis zur Kindertagesstätte von Otto Normalverbraucher bis Frau Merkel ist das SEPA Verfahren jedoch sichere Zukunft. Daher ist eine Information Pflicht.

Die International Bank Account Number

Statt der Kontonummer und Bankleitzahl, die bislang zur Identifikation eines Bankkontos nötig waren, gibt es ab 2014 die International Bank Account Number (IBAN). Diese 22 Zeichen lange, standardisierte Notation ist die neue, internationale Bankkontonummer. Sie ist bereits jetzt auf jedem Kontoausdruck angegeben, wurde automatisch vergeben und ist weltweit einmalig für genau dieses Konto vergeben.

Der Business Identifier Code

Eine ähnliche Nummer gibt es anstelle der alten Bankleitzahl auch für Banken – die BIC, ein Bankidentifikationscode. Er besteht aus acht oder elf Zeichen. Der Code kommt gleichfalls weltweit zum Einsatz, ist aber jeweils genau einer Bank, einem Unternehmen oder einem Lager zugeschrieben. Bestimmte Institutionen lassen sich damit eindeutig identifizieren. Neben der IBAN ist auch die BIC bereits auf jedem Kontoauszug zu finden und automatisch zugewiesen. Bankkunden brauchen sich um die SEPA Umstellung daher nicht direkt kümmern. IBAN und BIC zusammen machen zugleich die größte Veränderung des SEPA Verfahrens aus.

Vorteile von IBAN und BIC

Durch die SEPA Codes IBAN und BIC erleichtert sich die elektronische Verarbeitung von Bankaufträgen. Aber nicht nur in Deutschland soll der automatische Zahlungsverkehr durch das standardisierte Verfahren erleichtert werden, sondern vor allem die internationalen europäischen Bankgeschäfte werden profitieren. Unabhängig des Landes, der Nationalität und der bisherigen Bestimmungen vor Ort, gilt SEPA als das einheitliche Verfahren im Euro Raum und teilweise darüber hinaus.
So ist an der Länge der IBAN für elektronische Verfahren beispielsweise schnell ersichtlich, in welchem Land ein Konto liegt. Deutschland hat eine IBAN mit 22 Zeichen, Frankreich hingegen hat 27. Auch in Kuwait und Mauritius ist SEPA gültig; dort ist die IBAN sogar 30 Zeichen lang. Die kürzeste IBAN hat mit 15 Zeichen Norwegen.
Die deutsche IBAN trägt zudem an den ersten beiden Stellen einen Ländercode (12), anschließend folgt ein zweistelliges Prüfzeichen, gefolgt von der achtstelligen Bankleitzahl. Alle weiteren Zeichen entfallen auf die Kontonummer. Unabhängig voneinander werden Bankleitzahl und Kontonummer aber nicht mehr benötigt! Bei Überweisungen gilt ab Februar 2014 nur noch die Angabe der IBAN bzw. BIC.

Sorgfalt während des SEPA Verfahrens

Ein wichtiger Verbrauchertipp während des Vollzugs des SEPA Verfahrens ist, Lohnscheine des Arbeitgebers oder aber Daten bei der Krankenkasse, bei Unternehmen und Versicherungspolicen sowie ähnliche Dokumente auf die korrekten Codes zu prüfen. Sie sollten mit den Angaben des zugehörigen Kontos übereinstimmen. In der Regel bekommt beispielsweise die Krankenkasse die Codes zwar automatisch übermittelt, doch vereinzelt sind Übertragungsfehler nicht auszuschließen.

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