VR-Banken: Keine Deckelung der Dispozinsen

(foto) Das ist meins! - Dispozinsen sind unverhältnismäßig hochDie derzeitige geldpolitische Situation im gesamten Euro-Raum zwingt die Banken in Deutschland dazu, ihre Zinsen sukzessive zu senken. Als Folge lohnt es sich für Sparer wenig, ihr Geld auf dem Tagesgeld-, Festgeld- oder auch Girokonto abzulegen. Andererseits ändern die Banken an ihren Dispozinsen kaum etwas, diese liegen im Durchschnitt noch immer bei etwa zehn Prozent. Politik und Verbraucherschützer nennen diese horrenden Dispozinsen für das Girokonto schlicht und ergreifend unverhältnismäßig und fordern von den Banken, dass sie dahingehend einlenken. Die VR-Banken lehnen eine Deckelung der Dispozinsen jedoch ab.

Die Kunden der Volksbanken und Raiffeisenbanken (VR-Banken) brauchen wohl nicht auf eine Obergrenze für die Dispozinsen hoffen. Uwe Fröhlich, der Präsident des Bundesverbandes der VR-Banken, lehnt diese zumindest ab. Damit steht es einer Bank weiterhin frei, die Dispozinsen für das Girokonto beliebig nach oben zu schrauben.

Deckelung der Dispozinsen „nicht gerechtfertigt“

Die VR-Banken missbilligen eine staatlich festgelegte Obergrenze für den Dispozins, weil sie diese als „nicht gerechtfertigt“ ansehen. Denn immerhin seien Eingriffe seitens des Staates in die jeweilige Preisgestaltung der Banken nur dann zu rechtfertigen, sollte der Markt versagen, so der Chef des Bundesverbandes der VR-Banken. Die derzeit immer noch große Zahl der Angebote auf dem Markt zeige jedoch, dass dies längst nicht der Fall sei.

Höhere Dispozinsen für besseren Service

Die VR-Banken mussten sich im Zuge dessen den Vorwurf gefallen lassen, dass sie überhöhte Zinsen verlange. Auch dies wies Fröhlich zurück, seien es doch vor allem die VR-Banken, die vergleichsweise geringe Dispozinsen für das Girokonto erheben. Der Verbandschef gibt jedoch zu, dass bei den VR-Banken diesbezüglich eine enorm große Bandbreite herrsche, da die einzelnen Mitglieder selbst den Zins entsprechend der örtlichen Gegebenheiten festlegen könnten – manche Banken brauchen einfach jedes Prozent vom Dispozins.
Des Weiteren rechtfertigt Fröhlich potentiell höhere Dispozinsen mit der Präsenz der VR-Banken in ländlichen Regionen. So entstünden Banken, welche über ein Filialnetz mit entsprechenden Beratern verfügten, folglich höhere Infrastrukturkosten als solchen, die lediglich über das Internet agierten. Wer besseren Service haben möchte, muss somit auch mit höheren Dispozinsen für sein Girokonto rechnen.

Einige Banken senken Dispozinsen

Den Forderungen seitens der Politik, die Dispozinsen zu senken beziehungsweise auch den Kunden entsprechende Beratungs- und Kreditgespräche anzubieten, sind einige Banken bereits nachgekommen. Beispielsweise warnt die Bank ING-Diba künftig vor teuren Dispozinsen und kündigte zum 1. September 2014 ebenso eine Senkung der Zinsen an.
Ob sich die VR-Banken mit diesem Kurs wirklich einen Gefallen tun, bleibt abzuwarten, denn immerhin riskieren sie damit, ihre Kunden zu verlieren. Denen steht es nämlich völlig frei, ihr Geld zu nehmen und ein Girokonto bei einer günstigeren Bank zu eröffnen.

Das könnte Sie noch interessieren:

Tags: , , , , ,

Unsere Autoren

Kommentar schreiben

Service Line

  • Wir beraten Sie gerne persönlich
  • 0800 - 589 589 0