Wie lange bleibt Ihr Girokonto noch kostenlos?

Kostenloses GirokontoHaben Sie noch ein kostenloses Girokonto, das die Bank ohne Gebühren für Sie führt? Das könnte bald der Vergangenheit angehören, besonders wenn Sie Kunde bei einer Sparkasse sind. Dort soll es das Girokonto bald nicht mehr kostenlos geben.

Die deutschen Sparkassen leiden, wie viele andere Banken auch, unter den niedrigen Zinsen. Um die Verluste gering zu halten, müssen jetzt auch die Kunden ran: Das Girokonto, das es derzeit noch kostenlos gibt, ist vielleicht schon bald nicht mehr bezahlbar. Wer Zusatzkosten umgehen will, muss sich nach einer anderen Konto-Variante oder gleich einem anderen Anbieter fürs Girokonto umsehen.

Girokonto: Sparkassen ziehen die Reißleine

„Die Zeit von kostenlosen Girokonten ist vorbei“, sagte der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV), Georg Fahrenschon, bei der Bilanzpressekonferenz der Sparkassen. Die Schuld dafür, dass viele Kunden künftig bei ihrer Bank für die Kontoführung bezahlen müssen, trägt noch Ansicht Fahrenschons die Europäische Zentralbank (EZB) mit ihrer aktuellen Niedrigzinspolitik. So könnten die bisher kostenlosen Girokonten nicht länger durch Zinsüberschüsse quersubventioniert werden. Für welches Girokonto genau die Bank künftig Gebühren erheben will und welche Konto-Produkte kostenlos bleiben, ist bisher nicht bekannt. Für einige der rund 47,5 Millionen Girokonten werden schon jetzt Kosten fällig. Für viele Kunden-, wie etwa Studenten oder bestimmte Produktgruppen, wie das reine Online-Konto, ist die Kontoführung aber noch kostenlos. Die einzelnen Gebühren fürs Konto können sich zudem von Sparkasse zu Sparkasse unterscheiden.

Girokonto wird zur Kostenfalle für Banken

Auch für andere Banken stellt sich die Frage, ob sie ihren Kunden weiterhin ein gebührenfreies Girokonto anbieten. Bereits 2014 hatten die Deutsche Bundesbank und die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) den Geldhäusern geraten, mehr Geld für die verschiedenen Service-Leistungen zu verlangen, um damit neue Ertragsquellen zu erschließen. Experten stellen jedoch in Frage, ob es das Girokonto wirklich bald nicht mehr zum Nulltarif bei der Bank gibt. Für die Banken und Sparkassen ist das kostenlose Konto immer noch ein Prestigeobjekt, das Kunden anzieht. Im direkten Vergleich mit anderen Girokonto-Anbietern zählt am Ende dann doch nur, ob das Konto etwas kostet, oder eben nicht.

Derweil nutzen die deutschen Geldhäuser auch andere Wege, um sich ihr Geld von den Verbrauchern zu holen: Ob Überweisungen vom Konto auf Papier statt online, die Nutzung von Bankautomaten durch Kunden anderer Geldinstitute, bei der Kreditkarte oder beim Online-Banking – Gebühren werden vielerorts, wenn auch zunächst nur schrittweise, eingeführt. Damit das eigene Girokonto kostenlos bleibt, zahlt der Kunde demnach schon den ein oder anderen Euro für weitere Dienstleistungen der Bank.

Sparkassen sparen für das Girokonto auch bei sich selbst

Die Sparkassen gehen noch einen Schritt weiter. Kontinuierlich sollen die internen Kosten gesenkt werden, etwa durch die Schließung von schlecht frequentierten Filialen und den Abbau von Stellen. Letzterer soll zumindest sozialverträglich gestaltet werden, indem frei gewordene Positionen bei der Bank nicht neu besetzt werden. Wenn auch die Sparkassen im Vergleich zu anderen Banken teils höhere Preise für die Kontoführung beim Girokonto und anderen Konto-Varianten verlangen, bieten sie doch immer noch ein dichtes Netz an Filialen und vor allem Geldautomaten und damit auch mehr Service.

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2 Antworten zu “Wie lange bleibt Ihr Girokonto noch kostenlos?”

  1. Steuerberater Schönbuch sagt:

    Wenn dann das Filialnetz bestehen bleiben würde, wären die Schritte der Sparkassen verständlich.

  2. Christian sagt:

    Sehr guter Artikel. Man muss sich immer fragen, ob ein angeblich kostenloses Angebot wirklich so kostenlos ist, wie behauptet. Natürlich ist das Konto kostenlos, aber was nützt mir das, wenn alles was damit zu tun hat, Geld kostet. Wie in dem Artikel beschrieben, muss man genau auf die Gesamtkosten achten, d.h. inkl. aller Gebühren etc.

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