Haftpflichtversicherung: Wer zahlt für Halloween-Streiche?

(foto) Gruselspaß zu Halloween kann richtig teuer werden„Süßes oder Streich“ heißt es auch morgen Abend wieder zu Halloween, wenn Kinder als Hexen, Gespenster oder Zombies verkleidet an Türen klingeln und Süßigkeiten verlangen. Wer nichts gibt, der bekommt Saures. Dieser Spaß kann jedoch schnell ernst werden, wenn dabei etwas zu Bruch geht. Denn die Haftpflichtversicherung kann die Leistungen verweigern.

Ein in Toilettenpapier eingewickelter Gartenzaun oder mit Schlagsahne beschmierte Fenster – das sind noch recht harmlose Halloween-Streiche. In Brand gesetzte Briefkästen, mit Farbe bemalte Autos oder mit rohen Eiern beworfene Hauswände sind dann schon keine Kavaliersdelikte mehr. Denn diese Halloween-Streiche können richtig ins Geld gehen – vor allem dann, wenn die Haftpflichtversicherung nicht zahlt.

Wer für einen Schaden an Halloween haftet

Grundsätzlich sind Kinder im Alter von unter sieben Jahren nicht deliktfähig, folglich haften sie auch nicht für Schäden, die sie verursachen. Den Eltern obliegt in solchen Fällen natürlich die Aufsichtspflicht über ihre Kinder. Sollten sie diese Pflicht verletzen, machen sie sich strafbar und müssen entstandene Schäden ersetzen. Umso besser ist es dann, wenn sie eine private Haftpflichtversicherung haben.
Wenn die Erziehungsberechtigten ihrer Pflicht zur Aufsicht jedoch nachgekommen sind, haften sie nicht für ihre Kinder und die Haftpflichtversicherung leistet auch nicht. Somit gibt es aus rein rechtlicher Sicht keinen Schuldigen.

Das leistet die Haftpflichtversicherung an Halloween

Viele Eltern nehmen an, dass Schäden durch die Halloween-Streiche ihrer Kinder über den Familientarif der Haftpflichtversicherung entsprechend abgesichert sind. Dies ist allerdings nicht zwangsläufig der Fall. Denn zum einen leistet die Mehrzahl der Versicherungen erst für solche Schäden, die Kinder über sieben Jahre verursacht haben. Zum anderen geht die Haftpflichtversicherung häufig davon aus, dass Beschädigungen an Halloween vorsätzlich begangen wurden. Folglich wird die Haftpflichtversicherung sodann für potentielle Schadenersatzforderungen nicht aufkommen.

Haftpflichtversicherung: Wann Geschädigte zahlen

Wenn Kinder einen Schaden anrichten, ihre Eltern die Aufsichtspflicht nicht verletzt haben und infolge dessen auch die Haftpflichtversicherung nicht leistet, geht der Geschädigte in der Regel leer aus. Nichtsdestotrotz wollen Eltern häufig entstandene Schäden bezahlen, um etwa das Verhältnis zu Nachbarn oder Bekannten nicht zu gefährden. Allerdings können solche Fälle ebenfalls mitversichert werden. Es lohnt sich daher, sich bei seiner Haftpflichtversicherung zu erkundigen, ob Schadensfälle mit inkludiert werden können, die durch nicht deliktfähige Kinder entstehen.
Geschädigte bleiben auch dann auf ihren Kosten sitzen, wenn Eltern weder eine entsprechende Versicherung besitzen noch zahlungsfähig sind. Vor einer solchen Eventualität kann sich der Geschädigte schützen, indem er eine Zusatzleistung mit seiner Haftpflichtversicherung vereinbart – die sogenannte Ausfalldeckung.

Um es gar nicht erst zum Schaden kommen zu lassen, sollten Eltern ihre Kinder unbedingt aufklären und ihnen zeigen, wo der Spaß seine Grenzen hat.

Das Team vom Geld.de Blog wünscht allen Leserinnen und Lesern einen schadenfreien Gruselspaß – in diesem Sinne: Happy Halloween!

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