Ratgeber Versicherungsdschungel: Was braucht man wirklich?

(Bild) Ratgeber wichtige VersicherungenEs klingt, als käme es von einem Versicherungsvertreter, doch die Statistik belegt: Viele Deutsche sind schlecht versichert. Etwa 90 Prozent der Haushalte sind betroffen und zahlen zudem zuviel, vermeldet der Bund der Versicherten. Besonders dramatisch scheint aber, dass rund ein Drittel der deutschen Haushalte auf die wichtige Haftpflichtversicherung verzichtet.

Nach der Statistik müsste jeder Deutsche etwa sechs Versicherungsverträge in seinem Schreibtisch liegen haben, aber dennoch heißt es jetzt vom Bund der Versicherten (BdV), dass viele Deutsche nur mangelhaft oder falsch abgesichert sind. Offensichtlich ist vielen nicht bewusst, welche Versicherung tatsächlich nötig und welche eher unnötig ist. Hier lohnt in jedem Fall ein praktischer Versicherungsvergleich und die ehrliche Frage, was brauche ich wirklich?

 Haftpflichtversicherung

Die Haftpflichtversicherung deckt Schäden ab, die der Versicherte bei Dritten verursacht. Sollte Ihr mitversichertes Kind bei einem Nachbarn beispielsweise die Scheibe einwerfen, so ist der entstandene Sachschaden gedeckt. Da Menschen offen gestanden ständig Fehler machen, ist dies eine absolut sinnvolle Versicherungsform, sodass niemand darauf verzichten sollte. Eine Privathaftpflicht sollte sogar eine Mindestabdeckung im zweistelligen Millionenbereich bieten.

 Berufsunfähigkeit

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung sichert die eigene Zukunft ab und gewinnt eigentlich ständig an Aktualität. Mit der steigenden Lebenserwartung kann es im Alter öfter zu Krankheiten kommen. In schweren und tragischen Fällen droht die Berufsunfähigkeit aber schon vor dem Rentenalter. Etwa 20 % der Deutschen erleiden dieses Schicksal jährlich. Da es hier keine staatliche Absicherung gibt, ist dies also ebenfalls eine nützliche Versicherung, die schon nach einem halben Jahr ausgezahlt werden sollte. Üblich ist auch die volle Auszahlung bei „nur“ 50% Berufsunfähigkeit.

 Hausrat

So sinnvoll es ist, es sich vor Schäden an fremden Eigentümern zu versichern, so sinnvoll ist es auch, das eigene Hab und Gut zu schützen. Die passende Versicherungsform ist die Hausratversicherung. Ihre Legitimation richtet sich nach dem eigenen Besitz. Kostbare Möbel, chinesisches Geschirr oder sogar Kunstgegenstände von Wert sollten gegen mögliche Schäden versichert sein. Ein WG-Zimmer mit einfachem Bett und Schreibtisch lohnt in der Regel jedoch nicht. Zu beachten gilt, für welche Schäden (Wasser, Feuer, Einbruch,…) die Hausratversicherung greift und welche Gegenstände berücksichtigt werden. So kann man beispielsweise auch das Markenfahrrad gegen einen Diebstahl vom Grundstück mitversichern, obwohl es nicht im Wohnzimmer steht.

 Lebensversicherung

Diese Versicherung ist aufgrund ihres häufigen Vorkommens in Kriminalfilmen recht prominent. Tatsächlich sollte sie aber nur dann abgeschlossen werden, wenn es eine Familie zu versorgen gilt. Sollte dem Versicherten etwas zustoßen, wird die kurz- bis mittelfristige Existenz der Hinterbliebenen durch eine vereinbarte Summe abgesichert.

 Die Gruppe der Bedarfsversicherungen

Diese Versicherungen kommen eher im Bedarfsfall in Frage. Die Wohngebäudeversicherung kommt beispielsweise nur bei Wohneigentum in Frage. Dann sollte man sie aber durchaus abschließen, da allgemein viele der potenziell möglichen Schadensfälle abgedeckt werden. Nach gleicher Abwägung sollten Eltern an eine Unfallversicherung für ihre Kinder denken oder Weltenbummler an eine Auslandskrankenversicherung. Denn die gesetzliche Krankenkasse erstattet in der Regel nur wenig und die Kosten für den Krankentransport in die Heimat sowie die Behandlung sind sicher und international abgedeckt. Abwägen gilt auch bei der Rechtsschutzversicherung. Meist sind wichtige Leistungen ausgeschlossen, sodass sie nur lohnt, wenn man tatsächlich häufiger einen Rechtsstreit führt. Interessant sind hingegen speziellere Formen, wie es beispielsweise ein Verkehrsrechtsschutz für Pendler oder ein Mietrechtsschutz für häufigen Ärger mit dem Vermieter.

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