Risiko Drohne: Schärfere Regeln für Hobby-Copter-Piloten

Pflicht zur Haftpflichtversicherung für DrohnenVom Spielzeughubschrauber zur Drohne – wer ferngesteuertes Flugvergnügen sucht, sollte entsprechend haftpflichtversichert sein. Die Bunderegierung arbeitet derzeit an schärferen Sicherheitsregeln für Drohnenflieger.
Aus der Science Fiction in die Realität: Drohnen erfreuen sich wachsender Beliebtheit bei Hobby-Modellflug-Piloten. Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) plant nun eine Neuregelung für Drohnen- und Modellflugzeugpiloten. Diese „Verordnung zur Regelung des Betriebs von unbemannten Fluggeräten“ soll sowohl mehr Sicherheit in Sachen Haftpflicht als auch mehr Schutz der Privatsphäre bringen. „Je mehr Drohnen aufsteigen, desto größer wird die Gefahr von Kollisionen, Abstürzen oder Unfällen. Für die Nutzung von Drohnen sind deshalb klare Regeln nötig“, so Bundesverkehrsminister Alenxander Dobrindt und hat einen entsprechenden Entwurf vorgelegt.

Für private Drohnenflüge relevante Punkte

  • Kennzeichnungspflicht: Fluggeräte mit einem Gewicht von mind. 250 Gramm müssen eine Plakette mit Daten des Halters tragen, damit im Schadenfall der Besitzer schnell ermittelt werden kann.
  • Drohnen-Führerschein: Für Fluggeräte ab einem Gewicht von 2 kg ist ein sog. Kenntnisnachweis erforderlich, entweder in Form einer Pilotenlizenz oder einer Bescheinigung durch eine vom Luftfahr-Bundesamt anerkannte Stelle oder einen Luftsportverein. Die Gültigkeit des Nachweises soll auf fünf Jahre beschränkt sein.
  • Aufstiegserlaubnis: Wiegt das Fluggerät weniger als 5 kg, ist keine Flug-/Betriebserlaubnis notwendig. Hat das Modell mindestens ein Gewicht von 5 kg, darf es ohne Erlaubnis nicht starten. Das gleiche gilt generell für Flüge in der Nacht, und zwar unabhängig vom Gewicht. Weitere Auskunft erteilen die Landesluftfahrtbehörden.
  • Sichtweite: Leichte Drohnen sowie Modellflugzeuge (< 5 kg) dürfen nur in Sichtweite geflogen werden.
  • Flugverbot: Über folgenden Gebieten und Zonen dürfen Drohnenpiloten nicht fliegen: Einsatzorte von Polizei oder Rettungskräften, Menschenmengen, Behörden, Naturschutzgebiete, bestimmte Verkehrswege, Kontrollzonen von Flugplätzen. Es gilt eine maximale Flughöhe von 100 Metern, außer auf Modellfluggelände.
    Wohngrundstücke sind ebenfalls verbotene Zone, wenn die Drohne mehr als 250 g wiegt oder in der Lage ist, „optische, akustische oder Funksignale zu empfangen, zu übertragen oder aufzuzeichnen“. Praktisch sind das zum Beispiel Drohnen mit einer Kamera. Ausnahme: Der/die Bewohner des Wohngrundstück hat/haben dem Drohnenflug ausdrücklich zugestimmt.
  • Videobrille: Wird eine Drohne mithilfe einer Videobrille geflogen, darf das Flugmodell nicht hoher als 30 Meter fliegen und nicht schwerer als 250 g sein. Es sei denn, eine weitere Person (ohne Videobrille) ist in Sichtweite und kann ggf. den Copterpiloten bei Gefahr warnen.

Privathaftpflicht oder Modellhalterhaftpflicht ist Pflicht

Unabhängig von der Modellflug-Neuregelung, die noch den Bundesrat passieren muss, ist für alle Quadrocopter, Hexacopter, Mulitikopter oder Flugdrohnen eine Haftpflichtversicherung Pflicht, und zwar bevor der Jungfernflug startet.
Gesetzlicher Hintergrund: Laut Bürgerlichem Gesetzbuch § 823 BGB ist jeder zu Schadenersatz verpflichtet, der einem anderen einen Schaden zufügt. Das gilt für Privatpersonen ebenso wie für Unternehmen – also auch für Drohnenhalter. Seit 2005 ist die Haftpflichtversicherung für unbemannte Flugobjekte für jeden Pflicht.
Dieses Haftpflichtrisiko kann ggf. über eine Privathaftpflichtversicherung abgesichert werden. Ganz wichtig: Bevor es zum ersten Mal in die Lüfte geht, sollten Drohnenflieger ihre private Haftpflichtversicherung kontaktieren und sich vergewissern, ob Drohnenflüge mitversichert sind. Sind sie es nicht, kann der Versicherer die Privathafptflicht-Police anpassen. Ist dies nicht möglich, gibt es als Alternative Kollektivversicherungen in Modellflug-Vereinen. Diese Vereine bieten im Rahmen der Mitgliedschaft i. d. R. eine Mitversicherung in der Vereins-Modellhalter-Haftpflichtversicherung an.

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