Urteil: Ohne Skihelm kein vollständiger Schadensersatz

Bild Unfall im SchneeÜber die Osterfeiertage nutzen viele Hobby-Wintersportler die Gelegenheit, ein letztes Mal in der Saison mit Ski und Snowboard die Hänge unsicher zu machen. Dabei sind Skihelme wichtiger denn je, da sie im Schadensfall entscheidend für die Leistung der Haftpflichtversicherung sein können.

Das entschied das Oberlandesgericht in München. Im zugrundeliegenden Fall war ein Skifahrer auf einer Tiroler Piste im März 2009 in zwei andere Wintersportler hinein gerutscht und hatte diese dabei schwer verletzt. Jedoch trugen beide Opfer keinen Helm, was der Haftpflichtversicherer des Unfallverursachers zum Anlass nahm, den Schaden nicht vollständig übernehmen zu wollen. Weil sich beide Parteien nicht einigen konnten, landete der Fall vor dem Münchner Landgericht, das den Geschädigten zunächst Recht gab (LG München II, Az.: 10 O 3954/10).

In zweiter Instanz entschied das Oberlandesgericht in München jedoch nun, dass die Unfallopfer zumindest eine Teilschuld an ihren Verletzungen tragen (OLG München, Az.: 8 U 3652-11). So trug eine der Geschädigten schwere Kopfverletzungen davon, die nach Ansicht der Richter durch einen Skihelm hätten gemindert werden können. Daher müssen die Verletzten nun die Hälfte der Behandlungskosten für ihren Verwundungen am Kopf selbst tragen.

Das Urteil könnte wegweisend für zukünftige Streitfälle nach Wintersportunfällen sein. Im Gegensatz zum Radfahren gilt das Fahren mit Ski oder Snowboard als sportliche Betätigung, die das Tragen von Helmen durchaus begründet. In diesem Sinne trägt nach Meinung der Richter derjenige ein Mitverschulden, der auf der Skipiste keinen Helm trägt. Aus diesem Grund können auch künftige Unfallopfer am Unfallfolgeaufwand beteiligt werden.

Quelle: ARAG

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