Versicherungen für Familien: Diese Policen brauchen Sie

Bild Versicherungen für FamilienMit einem Kind wächst auch das Sicherheitsbedürfnis. Viele junge Familien überlegen sich erst, wenn der Nachwuchs da ist, welche Versicherungen sie brauchen könnten. Die Überlegung an sich ist sinnvoll, manche Assekuranzen locken jedoch mit Paketen, die unnötig teuer sind.

Spezielle Versicherungsangebote für Familien

Wenn aus zwei drei werden, stellt sich schnell die Frage: Sind wir richtig abgesichert? Wir können wir unsere Familie optimal schützen? Schnell treten verschiedene Versicherungen mit Angeboten für Eltern und Kind auf den Plan. Von der „Biene-Maja-Police“ bis hin zur „Tabaluga-Versicherung“ ist alles dabei. Klingt wie in der Eisdiele, ist nur teurer. Denn wo niedliche Namen drauf stehen, wird besorgten Familien so einiges an Versicherungen zusammengeschnürt, oftmals passen die Rundum-Sorglos-Pakete jedoch nicht wirklich. Statt Eltern und ihre Kinder umfassend abzusichern gibt es hier und da Lücken in der Versicherung, an anderer Stelle sind die Pakete wieder überdimensioniert und deutlich zu teuer. Verbraucherschützer empfehlen daher, sich die einzelnen Bausteine einer familiengerechten Versicherung lieber individuell zusammenzustellen, denn de facto sind nur drei Policen wirklich essentiell.

Familienversicherungen: Automatisch versichert

Kinder sind grundsätzlich bei bestimmten Familienversicherungen automatisch über ihre Eltern abgesichert und benötigen dazu auch keinen eigenen Vertrag bei der Versicherung. Dazu gehören die private Haftpflichtversicherung genauso wie die Hausratversicherung, die Rechtsschutzversicherung und natürlich die gesetzliche Krankenversicherung. Wer nach Geburt des Nachwuchses beim Versicherer anruft, um diesen konkret anzumelden, geht auf Nummer sicher. Wenn ein Elternteil als Alleinverdiener oder Besserverdiener privat krankenversichert ist, braucht auch der neue Erdenbürger einen eigenen Vertrag bei der PKV. Als sinnvolle Versicherungen für die Familie kommen vor allem solche in Frage, die Familien vor existenziellen finanziellen Risiken absichern. Dazu gehören Unfälle und Tod, aber auch Verdienstausfall und größere Sachschäden.

Haftpflicht: Eltern haften für ihre Kinder

Diesen Satz kennt wohl jeder und im Schadensfall kann er bittere Wahrheit werden: Eltern haften für ihre Kinder und zwar solange, bis diese ihre Ausbildung oder ihr Studium abgeschlossen haben. Ausnahme dafür bilden durch von unter 7-Jährigen verursachte Schäden, bei denen die Eltern ihre Aufsichtspflicht nicht verletzt haben. In allen anderen Fällen kann es teuer werden, weshalb eine private Haftpflichtversicherung unverzichtbar ist. Lediglich eine im Haushalt lebende Person muss die Haftpflichtversicherung abschließen, alle anderen sind dann automatisch mitversichert. Die Versicherungssumme ist dabei so hoch wie möglich zu wählen, mindestens jedoch drei Millionen Euro, besser bis zu zehn für mögliche Personen- und Sachschäden. Die Haftpflicht ist eine der Versicherungen, die man unbedingt abschließen sollte.

Berufsunfähigkeit: So war das nicht geplant

Sie wollen Ihren Beruf bis zum Renteneintritt ausüben und so für Ihre Familie sorgen? Das ist eine schöne Vorstellung, doch nicht immer tritt diese auch so ein. Eine Berufsunfähigkeit kann jeden und aus den verschiedensten Gründen treffen. Es sind nicht nur die vielzitierten Unfälle, die eine Berufsunfähigkeit auslösen, auch psychische Erkrankungen können Grundlage dafür sein, seinem Beruf nicht mehr nachgehen zu können. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung empfiehlt sich daher für beide Elternteile, denn diese kommt im Krankheitsfall weiter für das Gehalt auf. Dabei sollten die monatlichen Leistungen 75 bis 80 Prozent des Nettogehalts betragen und ohne erneute Prüfung des Gesundheitszustands angepasst werden kann, wenn weitere Kinder hinzu kommen.

Im schlimmsten Fall abgesichert

Wenn ein Familienmitglied stirbt, sichert die Risikolebensversicherung die Hinterbliebenen ab. Das ist besonders dann essentiell, wenn es sich beim Verstorbenen um den Hauptverdiener handelt. Als grundlegende Empfehlung für die einmalige Auszahlungssumme gilt mindestens das Vierfache des Jahreseinkommens der versicherten Person. Der Beitrag für die Versicherung an sich sollte umso niedriger ausfallen, je jünger und gesünder der Versicherte ist.

Weitere sinnvolle Versicherungen für die Familie

Wer sich weiter versichern will, kann auch über eine Kinder-Invaliditätsversicherung nachdenken, die allerdings sehr teuer ist. Alternativ dazu gibt es die Unfallversicherung, die jedoch nicht bei schwersten krankheitsbedingten Schäden leistet. Hier gilt es abzuwägen, welchen Versicherungsschutz man für die Familie wirklich braucht. Weiterhin sinnvoll und weniger teuer ist dagegen die Hausratversicherung, die die eigenen vier Wände etwa gegen Wasserschäden oder Diebstahl absichert. Bei der Riester-Rente haben Familien mit Kindern finanzielle Vorteile: Für jedes Kind, das nach 2008 geboren ist, gibt es jährlich 300 Euro. Unter Umständen nicht zu verachten ist auch die Rechtsschutzversicherung, die vor den finanziellen Folgen eines Rechtsstreits bewahrt.

Diese Versicherungen brauchen Familien nicht wirklich

Nicht wirklich sinnvoll und notwendig sind Ausbildungsversicherungen. In erster Linie verdient an ihnen der Makler. Bei der aktuellen Zinslage ist es besser, das Geld in einen Fondssparplan oder ETF zu stecken, so empfehlen es Verbraucherschützer. Wer Angst hat, dass die Zahnspange des Kindes ein Loch in die Familienkasse reißen könnte, kann um Zahnzusatz- oder spezielle Zahnspangenversicherungen dennoch einen großen Bogen machen. In der Regel kommt die Krankenkasse zu großen Teilen für die Spange auf, Restbeiträge können in Selbstleistung abbezahlt werden.

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