Wenn Kamelle geflogen kommt – Wer haftet bei Verletzungen?

Karnevalsumzug„Süßes ist ungesund.“ Zumindest bei Rosenmontagsumzügen kann Kamelle und dergleichen arg ins Auge gehen. Ob der Werfer bei Verletzungen durch die süßen Wurfgeschosse haften muss, wurde vor Gericht geklärt. Mit einer Haftpflichtversicherung sind Umzugsteilnehmer aber auf der sicheren Seite.

Wer beim Faschingsumzug von geworfenen Schokoriegeln oder Blumen getroffen wird, hat in der Regel keinen Anspruch auf Schmerzensgeld. Das zeigen zwei Urteile besondere Gerichtsurteile.

Augenverletzung nach Karnevalsumzug

Das Amtsgericht Köln hatte in einem Fall zu entscheiden, bei dem ein Schokoladenriegel einer Zuschauerin eines Rosenmontagsumzugs direkt ins Auge flog. Sie verlangte vom Verursacher Schmerzensgeld im vierstelligen Bereich.

Auch das Amtsgericht Eschenweiler musste einen „Rosenmontagsfall“ klären. Hier war eine Frau von einer Tulpe, die von einem Festwagen beim Karnevalsumzug geworfen wurde, ebenfalls am Auge getroffen worden. Die Blumen habe sie derart verletzt, dass ihr Sehvermögen dauerhaft beeinträchtigt sei. Auch sie verklagte den Werfer auf Schmerzensgeld; er habe mit Absicht die Blume in gefrorenem Zustand – mit dem Stielende voran auf sie gezielt.

Mit Kamelle und Blumen von oben muss gerechnet werden

Als Umzugsteilnehmer ist man gut beraten für Fälle wie diese eine Haftpflichtversicherung zu haben – privat und auch als Karnevalsverein. Die kam aber nicht zum Einsatz, denn die Richter urteilten, dass kein Schmerzensgeld gezahlt werden muss (Amtsgericht Eschweiler, Urteil vom 03.01.1986, Az. 6 C 599/85 sowie Amtsgericht Köln, Urteil vom 07.01.2011, Az. 123 C 254/10).

Das Werfen von Süßem und Blumen sei allgemein bekannte Tradition. Kamelle sei zudem von den Zuschauern geradezu erwünscht und erwartet. Wer also sich einen Karnevalsumzug aus nächster Nähe anschaut, muss damit rechnen, dass es Süßigkeiten regnet, was auch mal ins Auge gehen kann. Die Veranstalter und Umzugsteilnehmer hätten daher nicht die Verkehrssicherungspflicht vernachlässigt und müssen nicht diese derartige Verletzungen haften, wenn die Zuschauer nicht vorsätzlich geschädigt wurden.

Zuschauer hätten die Möglichkeit, sich den Umzug aus einer größeren Distanz anzusehen oder auf die Anwesenheit vor Ort zu verzichten, um solcher Verletzungsgefahr aus dem Wege zu gehen.

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