Einbruchssaison: So gefährlich lebt es sich in Deutschland

Die Zahl der Einbrüche ist in Deutschland um 3,7 Prozent auf fast 150.000 Fälle gestiegen. Zu einem Viertel der Delikte kommt es allein zur jetzigen Jahreszeit. Doch die Bürger sind nicht schutzlos. GELD.de veröffentlicht die geheimen Zeichen der Einbrecher.

Inzwischen wird in der Bundesrepublik durchschnittlich alle drei Minuten in ein Haus oder eine Wohnung eingebrochen. Das geht aus einer aktuellen Studie von GELD.de hervor. Allein im letzten Jahr wurden der Polizei 149.500 Vorfälle gemeldet. Der Sachschaden beläuft sich auf rund 427 Millionen Euro. Diese Zahlen machen zweifelsohne Angst, doch nicht alle Teile Deutschlands sind gleichstark betroffen. Besonders im Fokus stehen anonyme Großstädte, die den Einbrechern viel Diebesgut auf engem Raum versprechen.

In diesen Hochburgen toben die Einbrecher

Wie aus der Studie hervorgeht, sind von 120 berücksichtigten Städten bereits 35 Prozent regelrechte „Einbruchshochburgen“. Dazu zählen Metropolen wie etwa Köln, Düsseldorf, Hamburg, Frankfurt am Main, Berlin und Hannover. In Bremerhaven ist es 2013 sogar in jeder 70. bewohnten Wohnung zu einem Einbruch gekommen. Damit ist Bremerhaven vor Bonn und Recklinghausen die statistisch gefährdetste Stadt Deutschlands.

Top 10 der gefährdeten Städte

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Einbruch-Oasen nach Bundesländern

Betrachtet man die einzelnen Bundesländer, liegen Bremen, Hamburg, Nordrhein-Westfalen und Berlin mehr als 50% über der durchschnittlichen Einbruchsquote. Als „sicher“ können im Gegenzug die Länder Sachsen, Bayern und Thüringen gelten, wo statistisch jede 550. bis 850. Wohnung von einem Einbrecher heimgesucht wird.

Kriminalstatistik der einzelnen Bundesländer

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Kaum Aufklärung und hohe „Balkanisierung“

Gegenstand der GELD.de-Studie war es auch, die Aufklärungsquote auszuwerten sowie den Anteil „nicht-deutscher Tatverdächtiger“ zu ermitteln. Leider sind auch hier erschreckende Zahlen zu vermelden, denn knapp 85 Prozent aller Wohnungseinbrüche bleiben bundesweit ohne Aufklärung. In zwei von drei Fällen sind die Täter zudem deutscher Staatsbürgerschaft, aber auch organisierte banden aus Südosteuropa sind in deutschen Städten tätig. In Großstädten wie Stuttgart liegt die Beteiligung ausländischer Tatverdächtiger beispielsweise bei über 70 Prozent.

Auf diese Wohnungen sind Einbrecher scharf

Besonders gefährdet sind nach weiteren Erkenntnissen der Studie Wohnungen, in welche die Einbrecher möglichst schnell und leise einsteigen können. Folgende Maßnahmen wirken deshalb abschreckend:

  • zusätzliche Sicherungen für Türen und Fenster
  • Lampen mit Zeitschalturen, die Anwesenheit vortäuschen
  • regelmäßig geleerte Briefkästen (im Urlaub durch Nachbarn)
  • soziale Verantwortung innerhalb der Nachbarschaft
  • eine Hausratversicherung abschließen

Die geheimen Zeichen der Einbrecher

Presse-geld.de-Wohnungseinbrueche_Gaunerzinken_72dpiEinbrecher haben eine eigene Zeichensprache. Sie hinterlassen die sogenannten „Gaunerzinken“ für ihre Kollegen an Hauswänden, Mauern und Zäunen. So kennzeichnen Kriminelle potenzielle Objekte, bei denen ein Einbruch lohnt oder aber Schwierigkeiten bereitet. Die Zinken geben dabei an, mit welchem Risiko ein Einbruch verbunden ist. Für die jeweiligen Hausbesitzer sind diese Zeichen hingegen immer das Vorwarnsignal für einen Einbruch, denn die Zinken werden vor der Tat – nicht danach – angebracht. Wer eines der nebenstehenden Zeichen an seinem Haus feststellt, sollte es für die Polizei fotografieren und unkenntlich machen. Der Versuch ein eigenes Zeichen anzubringen, wie etwa für „Hände weg!“, dürfte hingegen aufgrund des individuellen „Schreibstils“ scheitern.

Die vollständigen Informationen zur Studie sowie weitere Grafiken inkl. einer Deutschlandkarte gibt es hier: GELD.de Studie zum Wohnungseinbruchdiebstahl

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6 Antworten zu “Einbruchssaison: So gefährlich lebt es sich in Deutschland”

  1. ohne sagt:

    es wurde vorigen Jahre eine Petition beim Deutschen Bundestag eingereicht, mit dem Ziel das Schengener Abkommen unbefristet auszusetzen, um die Sicherheit in D. wieder zu verbessern.
    Wie nicht anders zu erwarten, erfolgte die Ablehnung.
    Ich habe den Text der Ablehnung als Kopie…

  2. Thomas Klüh sagt:

    Bei uns ist die Einbruchsrate um 80 Prozent gestiegen. Totale Überforderung macht sich breit! Der gute Autobahnanschluss macht uns für diese Art der Einbrecher attraktiv.

  3. Ursula sagt:

    Schrecklich diese Zahlen! Und die haben in den letzten Jahren mit Sicherheit noch zugenommen. Interessant finde ich das hier beschriebene ABC, davon hatte ich vorher noch nicht gehört. Erschreckend wie organisiert diese Banden sind und sogar untereinander kommunizieren. Da hilft nur noch, Fenster und Türen zu sichern und auf die Mitarbeit der Nachbarn hoffen.

  4. Hans sagt:

    Das stimmt wohl leider. Einbrecher machen wahrscheinlich nie Urlaub. Deshalb sollte man sein Grundstück mit moderner Sicherheitstechnik ausstatten um vor allen Gefahren gewappnet zu sein.
    Mit besten Grüßen,
    Hans

  5. Michi sagt:

    Hallo,

    Ist das „Gauner ABC“ denn überhaupt noch aktuell?
    Diese Zeichen sind seit Jahren publik und allgemein bekannt. Das weiß mittlerweile auch der letzte EInbrecher. Die haben doch mittlerweile sicherlich neue Zeichen und Kennungen…
    Gibt es dazu ein Information?

    LG Michi

  6. Valentin sagt:

    Hier wird es noch einmal grafisch dargestellt: hausfrage.de/so-wohnt-deutschland/

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