Einbruchsfall: Stehlgutliste nicht zu spät einreichen

Bild EinbruchNach einem Einbruch liegen die Nerven erst einmal blank. Nicht jeder hat gleich die Ruhe dazu, das Gestohlene gewissenhaft aufzulisten. Wer eine Stehlgutliste allerdings zu spät einreicht, hat unter Umständen keinen Anspruch auf Schadensersatz.

Wird nach einem Einbruch festgestellt, dass Gegenstände gestohlen wurden, muss der Geschädigte eine Stehlgutliste bei der Polizei abgeben, auf der das Fehlende vermerkt ist. Das Oberlandesgericht Nürnberg hat entschieden, dass die Liste nicht beliebig spät eingereicht werden darf, wenn gleichzeitig ein Anspruch auf Schadensersatz angegeben wird (Urteil vom 26.01.2010 – 8 U 1635/09).

Im zugrunde liegenden Fall hatte sich eine Versicherung geweigert, einer Firma die Entschädigungsleistung zu zahlen, nachdem mehrere Arbeitsmaschinen gestohlen worden waren. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass das Unternehmen seine Pflicht versäumt hatte, ein Verzeichnis der entwendeten Maschinen rechtzeitig bei der Polizei anzugeben. Eine Stehlgutliste müsse unverzüglich abgegeben werden, auch um die Fahndung nach dem Diebesgut zu unterstützen. Zusätzlich werde so zeitnah festgelegt, was wirklich fehlt und damit eine Vortäuschung weiterer Schäden vermieden, so das Gericht. Die geschädigte Firma hatte in zwei Einbruchsfällen erst nach zehn Wochen bzw. sieben Monaten eine Auflistung der gestohlenen Gegenstände erstellt.

Um einer Zahlungsverweigerung durch die Versicherung vorzubeugen, sollten auch Privatpersonen nach einem Einbruch zeitnah eine Stehlgutliste anlegen und der Polizei zukommen lassen. Diese Verpflichtung besteht auch dann, wenn die Versicherung nicht konkret zum Verfassen der Liste auffordert.

Das könnte Sie noch interessieren:

Tags: , ,

Unsere Autoren

Kommentar schreiben

Service Line

  • Wir beraten Sie gerne persönlich
  • 0800 - 589 589 0