Vorsicht bei Kerzen am Adventskranz

AdventskerzenGerade im Advent sind Kerzen beliebt, doch stellen sie immer eine Gefahrenquelle dar. Zwar zahlt die Hausratversicherung grundsätzlich bei Brandschäden, doch sollte ein Adventskranz nie unbeaufsichtigt bleiben, wie ein Gerichtsurteil zeigt.

Dass man offenes Feuer – zum Beispiel Kerzen am Weihnachtsbaum oder am Adventskranz – zuhause nie aus den Augen lassen darf, ist allgemein bekannt. Sonst können die Flammen schnell eigenmächtig den Hausrat gefährden. Aber auch der Versicherungsschutz ist dann in Gefahr. Dies musste ein Mann erfahren, der sein Weihnachtsgesteck mit Kerzen unbeaufsichtigt ließ. Den entstandenen Brandschaden wollte seine Hausratversicherung nicht begleichen. Der Vorwurf: Er habe grob fahrlässig gehandelt.

Keine Versicherungsleistung wegen grober Fahrlässigkeit

Der Hauseigentümer hatte im Garten gearbeitet und hin und wieder einen Blick durchs Fenster auf den Adventskranz geworfen. Irgendwann sah er, wie das Feuer der Kerzen auf seinen Hausrat übergriff. Das Feuer konnte er löschen. Dennoch entstand ihm ein Schaden, für den die Hausratversicherung nicht aufkommen wollte. So ging er vor Gericht.

Das Landgericht Krefeld lehnte allerdings seine Klage ab. Wer brennende Kerzen 30 Minuten lang nicht beaufsichtige, wie es hier der Fall war, handele grob fahrlässig. Gerade weil jedem einleuchten müsste, dass Adventsgestecke oftmals durch trockenes Grün und Weihnachtsschmuck leicht entflammbar sind, gab das Gericht der Versicherung Recht (Urteil vom 20.04.2006, Az. 5 O 422/05). Der Mann hätte die Kerzen löschen müssen, bevor er das Haus verlassen hatte.

Seit 2008 gilt das neue Versicherungsvertragsgesetz (VVG). Danach dürfen die Versicherer bei Schadensfällen durch grobe Fahrlässigkeit nicht mehr prinzipiell nach der Alles-oder-Nichts-Regelung entscheiden, können aber die Leistung abhängig von der Schuld des Versicherten kürzen. Auf dem Rest des Schadens bleibt der Verursacher dann sitzen. Bei Schadensfällen, die dagegen durch leichte Fahrlässigkeit verursacht wurden, muss die Versicherung zahlen.

Rauchmelder minimieren Schadenrisiko

Rauchmelder bzw. Brandmelder können den Schaden eindämmen. Wenn etwas in Brand gerät, schlagen sie Alarm. Doch laut einer aktuellen Umfrage der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) im Auftrag der DA Direkt Versicherung gibt es gerade einmal in 44 Prozent der deutschen Haushalte solche Hausrat- und Lebensretter. In neun Bundesländern ist die Anbringung eines Rauchmelders in Wohnungen sogar gesetzlich Pflicht: in Bremen, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen.

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