Autodiebstahl in Deutschland: Wo riskiere ich mein Auto?

(Bild) Autodiebstahl DeutschlandDa wird im Urlaub oft um das Auto gebangt, wenn es an fremden Plätzen steht; dabei ist das Risiko des Autodiebstahl in Deutschland auch nicht zu verachten. Geld.de veröffentlicht jetzt eine Studie, die darüber aufklärt, welche Orte der Republik Tummelplätze für Autodiebe sind. Dort ist die Kfz-Versicherung meist auch deutlich teurer.

2012 über 37.000 PKW vermisst

Das Auto ist des Deutschen bester Freund, steht mindestens auf Platz drei hinter dem Hund, wird aber viel öfter gestohlen als dieser. Das zeigt die aktuelle Studie des Finanz- und Versicherungsportals Geld.de zum Thema Autodiebstahl. Der Artikel, der ab sofort online steht und auch eine zum Download bereite Karte mit den Diebstahlhochburgen in Deutschland zeigt, beruht auf der Auswertung von Polizeistatistiken aus 120 Städten. Demnach wurden im letzten Jahr deutschlandweit 37.328 Autos als gestohlen gemeldet. Dadurch entstand den Betroffenen ein Gesamtschaden von rund 400 Millionen Euro. Und bei einer polizeilichen Erfolgsquote von lediglich rund 27 Prozent sind auch die Versicherungen schwer durch Autodiebstahl belastet. Stark vom Autodiebstahl belastete Regionen sind neben dem Risiko weiterer Verbrechen also auch mit höheren Kosten in der Kfz-Versicherung gestraft, denn die Versicherer müssen die Verluste betroffener Kunden über die Beiträge aller Versicherungsmitglieder regulieren. So wirkt sich der Autodiebstahl 2012 beispielsweise auf die Beitragsentwicklung 2013 /2014 aus.

Deutlicher Unterschied zwischen Ost und West(Bild) Auto wid geknackt

Aus dem Geld.de Artikel mit der übersichtlichen Deutschlandkarte geht schnell hervor, dass das Auto vor allem in Ostdeutschland gern geknackt wird. So ist die Stadt Frankfurt Oder trauriger Spitzenreiter in der Statistik geklauter Autos. Rund 840 Fahrzeuge werden hier pro 100.000 Zulassungen jährlich gestohlen. Diese Quote liegt rund 680 Prozent über dem deutschlandweiten Mittelwert. Ähnlich stark vom Autodiebstahl betroffen sind folgende Städte und Regionen Ostdeutschlands:

  • Dresden, Sachsen: + 368 %
  • Görlitz, Sachsen: + 361 %
  • Berlin, Hauptstadt: + 333 %
  • Potsdam, Brandenburg: + 282 %
  • Cottbus, Brandenburg: + 227 %
  • Rostock, Mecklenburg-Vorpommern: + 190 %
  • Leipzig, Sachsen: + 168 %
  • Magdeburg, Sachsen-Anhalt: + 162 %
  • Schwerin, Mecklenburg-Vorpommern: + 38 %
  • Erfurt, Thüringen: + 29 %

Gründe dafür werden in der Nähe zum Ausland, als auch in der guten Verkehrsanbindung gesehen, die einen schnellen Transport des Diebesgut ermöglicht. So kommen auch über 31 Prozent der verdächtigen Autobanden und Diebe aus Osteuropa. Das Vorurteil der polnischen Herkunft bestätigt sich dabei wiederum mit 32 Prozent der osteuropäischen Täter. Zum Landesinneren nimmt die Diebstahlquote hingegen ab.

Autodiebstahl in Westdeutschland

Während die ostdeutschen Großstädte fast ausschließlich als Hochburgen des Autodiebstahls zu bezeichnen sind, gibt es in Westdeutschland eine ganze Reihe gegenläufiger Tendenzen. In vielen Städten liegt der Autodiebstahl deutlich unter dem Bundesdurchschnitt:

  • Garmisch-Partenkirchen, Bayern: -94%
  • Kempten, Bayern: – 88 %
  • Staubing, Bayern: – 87%
  • Konstanz, Baden-Württemberg: – 84 %
  • Tübingen, Baden-Württemberg: – 83 %
  • Aalen, Baden-Württemberg: – 80 %
  • Ingolstadt, Bayern: – 76 %
  • Darmstadt, Hessen: – 75 %
  • Marburg, Hessen: – 72 %
  • Reutlingen, Baden-Württemberg: – 71%
  • München, Bayern: – 70 %
  • Aschaffenburg, Bayern: – 70 %
  • Neunkirchen, Saarland: – 62 %
  • Hamm, Nordrhein-Westfalen: – 60 %
  • Primasens, Rheinland-Pfalz: – 53 %
  • Oldenburg, Niedersachsen: – 44 %
  • Flensburg, Schleswig-Holstein: -26 %

Gründe für das gute Abschneiden Westdeutschlands liegen teilweise in einer höheren Polizeipräsenz, stärkerer Aufklärungsarbeit, längerer Fluchtwege gen Osteuropa sowie den stabilen Nachbarländern im Süden und Westen. Ausnahme bildet jedoch der Stadtstaat Hamburg, dessen Autoklauquote 150 Prozent über dem Mittelwert liegt. Hier stehen Autoschieberbanden im Verdacht, die den Seeweg zum Transport nutzen. Aachen hingegen weist mit 192 Prozent das typische Symptom der Grenzstadt auf. Ein weiterer Faktor des Autodiebstahl ist, wie das Beispiel München zeigt, aber auch die Arbeit der Polizei. So lassen sich auch Aussagen über die Erfolgsquote der Beamten treffen.

Ungeklärter Autodiebstahl

Während die Münchner Beamten offenbar sehr gute Arbeit leisten, hat die Polizei Wolfsburg die deutschlandweit niedrigste Aufklärungsquote. Nur 6,4 Prozent der Ermittlungen wegen Autodiebstahl waren 2012 erfolgreich bzw. die Chance, sein gestohlenes Fahrzeug wiederzusehen, liegt bei 1:16. Trotz zentraler Lage liegt der Autodiebstahl hier somit 49 Prozent über deutschem Durchschnitt. Ähnlich ist es auch in den Nachbarregionen um Hannover und Braunschweig. Im bayerischen Pirmasens liegt die Aufklärungsquote hingegen bei unglaublichen 100 Prozent! Man möchte fast meinen, hier stehlen die Polizisten die Fahrzeuge selbst. Insgesamt glänzen so aber die Bundesländer Bayern, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg mit sehr guten Werten, sofern von Betroffenen auch eine Anzeige gemacht wurde. Infolge dessen liegen die Kosten der Kfz-Versicherung in diesen Ländern auch niedriger, als beispielsweise in Ostdeutschland.

(Bild) Kfz-VersicherungKfz-Versicherung zum 30. November 2013 wechseln

Da die Kosten, die den Versicherungen durch Autodiebstahl entstehen, nicht bundesweit umgelegt werden, sondern regional, entstehen ortsbedingt finanzielle Vor- und Nachteile. Verbrauchern wird daher empfohlen, sich nach einer Kfz-Versicherung zu erkundigen, die regional so verbreitet ist, dass Schadensfälle selten sind. Transparent ist das in der Regel über die jeweiligen Kosten der Kfz-Versicherung. Wer jetzt seine Autoversicherung überprüft, kann zumeist zum Stichdatum des 30. Novembers 2013 pünktlich und ordentlich kündigen, um zu einer günstigeren Versicherung zu wechseln. Bis zu 600 Euro lassen sich dabei einsparen, ohne auf Leistungen verzichten zu müssen. Hier gibt es ergänzend dazu hilfreiche Informationen zu den Regional- und Typklassen der Kfz-Versicherung.

 

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