Kfz-Versicherung: Warum Fahrerflucht teuer werden kann

(foto) Beim Ausparken Schaden verursacht? Bloß keine Fahrerflucht begehenWenn ein Autofahrer beim Ausparken ein anderes geparktes Fahrzeug streift und dabei einen sichtbaren Schaden verursacht, ist es häufig Gang und Gäbe, dass er seine Kontaktdaten einfach an der Windschutzscheibe des beschädigten Autos hinterlässt. Allerdings ist dieses Vorgehen überaus gefährlich, denn es wird als Fahrerflucht angesehen und kann zudem zum Regress der Versicherung führen.

Ein kleiner Kratzer kann schnell richtig teuer werden. Denn selbst bei einem noch so kleinen Schaden muss der Unfallverursacher einer entsprechenden Wartepflicht nachkommen. Entfernt er sich jedoch ohne zu warten und ohne die Polizei zu verständigen vom Unfallort, macht er sich der Unfallflucht strafbar, womit ebenfalls der Kfz -Versicherungsschutz auf dem Spiel steht.

Fahrerflucht bei Bagatellschäden kein Kavaliersdelikt

Wer glaubt, ein kleiner Kratzer oder eine winzige Delle sei nicht der Rede wert, der irrt gewaltig. Denn jeder noch so kleine Schaden, den ein Autofahrer an einem anderen Fahrzeug verursacht, ist dem Besitzer entsprechend mitzuteilen. Und dabei reicht es nicht – wie viele meinen – bloß seine Kontaktdaten zu hinterlassen. Wer nämlich den Unfallort unerlaubt verlässt, der begeht Fahrerflucht, die im schlimmsten Fall eine bis zu dreijährige Freiheitsstrafe, Geldstrafen, den Führerscheinentzug sowie Punkte in Flensburg vorsieht. Dass die Fahrerflucht bei Bagatellschäden kein seltenes Delikt ist, machte eine repräsentative forsa-Umfrage, welche 2010 von der CosmosDirekt in Auftrag gegeben wurde, deutlich. Demnach seien 71 Prozent der Deutschen bereits von Fahrerflucht betroffen gewesen. Darüber hinaus wird die Fahrerflucht als zweithäufigste Verkehrsstraftat vor deutschen Gerichten verhandelt.

Fahrerflucht gefährdet Versicherung

Doch damit nicht genug: Da Fahrerflucht eine vorsätzliche Straftat darstellt, wird es bei Fahrerflucht kritisch mit der Leistung der Kfz- Versicherung. So reguliere die Versicherung den Schaden am eigenen Fahrzeug nicht, wie Rechtsanwalt Konstantin Bredereck erklärt. Beim Haftpflichtschaden – sprich beim gegnerischen Schaden – gehe die Kfz-Haftpflichtversicherung in Vorleistung, allerdings nehme sich die Versicherung beim Versicherungsnehmer später Regress, so der Experte weiter. Pro Schadenfall kann der Regress bis zu 5.000 Euro betragen.
Entfernt sich ein Unfallverursacher unerlaubt vom Unfallort, werden häufig die Obliegenheitspflichten der Versicherung gegenüber verletzt. Denn grundsätzlichen müssen Versicherte im Schadensfall darlegen, wie es zu dem Unfall gekommen ist und wie der Hergang war. Wer seiner Versicherung verschweigt, dass er Fahrerflucht begangen hat, kommt der Aufklärungsobliegenheit nicht nach. Wie der Bundesgerichtshof bereits urteilte, kann die Kfz – Versicherung in einem solchen Fall die Kaskoleistung verweigern beziehungsweise bei der Haftpflicht in Regress gehen.

Schaden verursacht: Wie verhält man sich richtig?

Nichts zu fürchten haben Autofahrer, die sich an die entsprechenden Wartezeiten halten. Wie lange ein Unfallverursacher warten muss, hängt unter anderem von der Schwere des Schadens, vom Ort des Geschehens sowie der Uhrzeit ab. Wer etwa auf einem Parkplatz vor dem Supermarkt ein fremdes Auto beschädigt, der sollte mindestens 30 Minuten bleiben. Wenn in dieser Zeit niemand kommt, ist es ratsam, die Polizei zu verständigen, welche dann entsprechende Anweisung gibt, die zu befolgen sind.

Das könnte Sie noch interessieren:

Tags: , , , , , ,

Unsere Autoren

Eine Antwort zu “Kfz-Versicherung: Warum Fahrerflucht teuer werden kann”

  1. Gregor Samimi sagt:

    Fahrerflucht stellt bei weitem kein Bagatelldelikt dar. Folgen können ein automatisches Strafverfahren, ein Fahrverbot und die Verhängung einer Geldbuße sein. Insbesondere bei kleinen Schäden warten die meisten Unfallverursacher nicht auf den Besitzer des geschädigten Fahrzeugs oder eine Person, die die Angaben übermittelt und hinterlassen lediglich ihre Kontaktdaten an der Windschutzscheibe.

    Dass man sich damit dennoch der Unfallflucht strafbar macht und eine Geldstrafe riskiert wissen viele nicht. Konsequenzen hat das nicht nur auf Seiten der Strafverfolgung, auch die Versicherung kann sich weigern den Schaden zu regulieren oder eine Rückzahlung verlangen. Eine angemessene Zeit sollte also mindestens abgewartet (etwa 30 min) oder die Polizei verständigt werden, selbst wenn der Schaden minimal ist. Wer eine angemessene Zeit abgewartet hat, darf den Unfallort verlassen. Name und Anschrift sollten dennoch hinterlassen werden und die Polizei zur Feststellung der Daten innerhalb von 24 Stunden aufgesucht werden.

    Bei Verdacht auf Fahrerflucht sollte stets ein Anwalt hinzugezogen werden. Auch Fälle, in denen man zu Unrecht der Fahrerflucht beschuldigt wird sind bei weitem keine Seltenheit mehr und zu einer wahren Betrugsmasche geworden, um die Versicherung der Gegenseite zur Zahlung zu bewegen. Es empfiehlt sich immer über den Rechtsanwalt Akteneinsicht zu beantragen.

Kommentar schreiben

Service Line

  • Wir beraten Sie gerne persönlich
  • 0800 - 589 589 0