Wann sich der Wechsel der Kfz-Versicherung nicht lohnt

Bild Kfz-VersicherungWechseln oder nicht wechseln, das ist hier die Frage! Jetzt, wo die Kfz-Versicherer nach und nach ihre Beitragsrechnungen für nächste Jahr versenden, beginnt auch die Wechselsaison. Doch ob der Wechsel der Kfz-Versicherung wirklich lohnt, will gut geprüft werden.

Für viele Autofahrer wird der Herbst teuer, denn es trudeln die Beitragsrechnungen für 2017 in die Briefkästen. Ohne eine vereinbarte Ratenzahlung kann das ein ganz schöner Tiefschlag für die Haushaltskasse sein – es sei denn, Versicherungsnehmer nutzen ihr Recht, bis 30. November zu kündigen. Doch in manchen Fällen ist eine neue Kfz-Versicherung sogar teurer als die alte. Der Bund der Versicherten (BdV) warnt deshalb vor bestimmten Fallstricken beim Wechsel der Kfz-Versicherung.

Schadensfreiheitsklassen nicht einheitlich

Kritischer Punkt sind die Schadensfreiheitsklassen, weil es dazu keine einheitliche Vorgaben des Gesetzgebers gibt. Deshalb legt jede Versicherung die Konditionen selbst fest. So kann etwa eine Schadensfreiheitsklasse zehn bei der einen Assekuranz auf 34 Prozent des Grundbetrags festgelegt sein, bei einer anderen auf 37 Prozent. Das heißt jedoch nicht, dass der Anbieter mit 37 Prozent der teurere ist, denn wenn der Grundbetrag deutlich geringer ist, fällt auch der höhere Prozentsatz nicht ins Gewicht. Wer einen Online-Versicherungsvergleich der Kfz-Versicherung nutzt, muss die Unterschiede jedoch nicht selbst ausrechnen, sondern sieht die für ihn günstigsten Tarife gleich ganz oben in der Ergebnisliste.

Sondereinstufung nicht selbstverständlich

Problematischer wird es da schon, wenn Fahranfänger, die ihr erstes Auto versichern wollen, eine Sondereinstufung ausgehandelt haben. Diese ist günstiger als die Schadenfreiheitsklasse null und bedingt etwa, dass weitere Familienmitglieder bei der Assekuranz versichert sind, oder dass der Versicherte bereits durch begleitetes Fahren praktische Erfahrung gesammelt hat. Ein neuer Versicherer muss die Sondereinstufung jedoch nicht übernehmen, das Einsparpotenzial gerät damit in Gefahr. Da hilft nur, beim Wunschanbieter anzufragen und den Versicherungswechsel unter diese Bedingung zu stellen.

Schadenfreiheitsklasse vor dem Wechsel abklären

Wer bereits einen Schaden verursacht hat, wird üblicherweise im nächsten Jahr in einer schlechteren Schadenfreiheitsklasse geführt. Das legt der Kfz-Versicherer anhand seiner Rückstufungstabelle fest, die gleichsam auch die zu zahlenden Beträge definiert. Hat die Versicherung im laufenden Jahr einen Schaden reguliert, sollten Autofahrer vor dem Wechsel der Kfz-Versicherung unbedingt prüfen, wie der neue Anbieter mit der Rückstufung verfährt. Unter Umständen landet man bei einem Wechsel in einer wesentlich schlechteren Schadenfreiheitsklasse als beim alten Versicherer.

Rabattschutz ausnutzen

Für Versicherungsnehmer, die bei ihrer Assekuranz einen Rabattschutz in Anspruch nehmen, erübrigt sich die Ersparnis durch einen Anbieterwechsel meist. Denn obgleich beim alten Versicherer die Beiträge trotz Schadensregulierung dank des Rabattschutzes auch im nächsten Jahr gleich bleiben, berücksichtigt ein neuer Anbieter diesen nicht. Er stuft den Versicherungsnehmer in die übliche Schadenfreiheitsklasse mit den dazugehörigen Beiträgen ein.

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