Dispokredite: zu teuer und zu intransparent

Die Zinsen für den Dispokredit sind bei vielen Banken zu hoch.Wie eine aktuelle Untersuchung der Zeitung Finanztest zeigt, sollten sich Bankkunden nicht von den Vorteilen eines Dispokredits blenden lassen. Denn der schnelle und unbürokratische Kredit ist bei den meisten Geldinstituten viel zu teuer. Für die Banken sind die Dispokredite ein lukratives Geschäft.

Die deutschen Banken zeigen sich laut der Untersuchung äußerst zugeknöpft, wenn es um die Höhe der Dispozinsen geht. Von 1566 Geldhäusern, die Finanztest zur Zinshöhe befragt hat, antworteten nur knapp 23 Prozent (357 Geldinstitute). Durch eine umfangreiche Recherche konnten die Tester dennoch von 588 weiteren Banken die Dispokonditionen herausfinden. Das Ergebnis ist besorgniserregend: Bei vielen deutschen Geldhäusern sind die Zinsen für Dispokredite deutlich zu hoch. Das schnelle, unbürokratische Überziehen ihres Kontos müssen Kunden mit durchschnittlich 11,76 Prozent Zinsen bezahlen. In der Spitze nehmen einige Banken bis zu 15,32 Prozent als Überziehungszins.

Transparenz ist mangelhaft

Doch nicht nur die Höhe der Überziehungszinsen wird von Finanztest kritisiert, sondern auch die mangelnde Transparenz gegenüber den Verbrauchern. Entweder erfahren Kunden von Geldhäusern gar nicht, wie hoch die Dispozinsen sind, oder sie müssen enormen Aufwand betreiben, um an diese Information zu gelangen. In dem Zusammenhang forderte Finanztest-Vorstand Hubertus Primus eine gesetzliche Pflicht zur Angabe des Dispozinssatzes, beispielsweise in Form von Aushängen in den Filialen und Veröffentlichungen im Internet.

Banken verdienen gut am Dispozins

Laut Angaben von Hubertus Primus ist der Dispozins eine lukrative Einnahmequelle für die Geldhäuser. Banken und Sparkassen kommen derzeit so günstig wie noch nie an Geld, denn von der Europäischen Zentralbank können sie sich Geld zu 0,75 Prozent leihen. Zudem sei das Risiko, dass ein Bankkunde den Dispokredit nicht zurückzahlen kann, sehr niedrig. Die Ausfallquote liegt mit 0,2 bis 0,3 Prozent deutlich niedriger als bei herkömmlichen Ratenkrediten.

Was Kunden tun können

Wer mit seinem Konto noch nicht im Minus ist, sollte zunächst mit seiner Bank verhandeln, ob der Zinssatz gesenkt werden könnte. Weigert sich diese, sollten sich Kunden, die ihre Dispokreditzinsen senken möchten, eine andere Bank suchen. Laut der Untersuchung gibt es immerhin 62 Banken, die einen Dispokredit mit unter neun Prozent Zinsen anbieten, darunter sind viele Direktbanken. Im Allgemeinen gilt jedoch für Dispokredite, dass sie die teuerste Kreditform darstellen und sich demnach nur für kleine Beträge eignen, die nur kurzfristig benötigt werden. Andernfalls ist ein Abruf- oder Ratenkredit die bessere Wahl.

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