Dispozinsen: So zocken Banken ihre Kunden ab

(foto) So schnell schnappt die Dispozinsfalle zuBanken verlangen horrende Dispozinsen. Dies ist längst kein Geheimnis mehr. Doch wie die Stiftung Warentest nun aufdeckt, machen viele Banken ein Geheimnis um ihren Dispozins und ziehen ihren Kunden damit regelrecht das Geld aus der Tasche.

Laut Angaben der Stiftung Warentest liegen die Dispozinsen derzeit im Durchschnitt bei 10,25 Prozent, womit sie im Vergleich zum Vorjahr um 0,4 Prozentpünktchen fielen. Doch in Anbetracht der Tatsache, dass Banken ihren Kunden selbst kaum Zinsen zahlen, ist die Höhe der Dispozinsen nach wie vor unverhältnismäßig. Erschwerend hinzu kommt, dass viele Banken ihre Zinskonditionen nicht transparent machen.

Banken und ihr Dispozins: Stiftung Warentest deckt auf

Für ihre September-Ausgabe erkundigte sich die Zeitschrift „Finanztest“ bei insgesamt 1.472 Banken nach deren Dispozinsen. Davon antworteten gerade einmal 424 Banken, während sich der Rest in Schweigen hüllte. Da nicht bei allen Kreditinstituten Informationen auf den entsprechenden Webseiten zu finden waren, sandte die Stiftung Warentest Tester in fast 480 Filialen der Banken. Das Ergebnis: Die Dispozinsen liegen durchschnittlich bei 10,25 Prozent.

Dispozinsen der Banken: Ergebnisse im Detail

Den geringsten Dispozins verlangt laut Stiftung Warentest die Deutsche Skatbank. Wer beim online geführten Konto dieser Bank in den Dispo rutscht, der zahlt 4,49 Prozent Zinsen. Den höchsten Wert brachten die Tester bei der bayrischen Raiffeisenbank Trostberg-Traunreut ans Licht. Dieses Kreditinstitut berechnet satte 16 Prozent Dispozinsen – je nach Bonität des Kunden.
Generell äußerte sich die Stiftung kritisch, schließlich können es nicht sein, dass Sparer für ihr Geld kaum Zinsen erhalten, während Banken beim Dispo richtig zuschlagen. Die Verbraucherschützer äußerten deshalb ganz klar, dass ein fairer Zinssatz merklich unter zehn Prozentpunkten liegen müsse.
Zwar hatte sich die Anzahl der getesteten Banken, welche 13 Prozent oder mehr berechneten, im Vergleich zum Vorjahr um mehr als zwei Drittel verringert, doch zufriedenstellend ist dies noch nicht.

Banken hüten Dispozinsen wie Staatsgeheimnis

Die Stiftung Warentest monierte zudem die mangelnde Transparenz vieler Banken. So gebe es nach wie vor Institute, die ihren Dispozinssatz geheim halten. Laut „Finanztest“ wollten insbesondere Banken mit hohen Dispozinsen ihren Zinssatz nicht preisgeben.
Zudem seien die Angaben zum Dispozins bei etwa 60 Banken unvollständig. Demnach hieße es im Preisaushang nicht selten etwa „Referenzzins plus 11 Prozent“ oder auch „Bonitätsabhängig: maximal 12,95 Prozent“. Mit solchen Informationen können Verbraucher nach Ansicht der Tester nichts anfangen, womit Banken gegen die Preisangabenverordnung verstießen.

Die Bundesregierung hat mit einem neuen Gesetz den Dispozinsen den Kampf angesagt. Dieses soll im kommenden Jahr in Kraft treten und verpflichtet Banken, die Dispozinshöhe auf ihrer Webseite zu veröffentlichen sowie überschuldeten Bankkunden Angebote zur Beratung zu unterbreiten. Allerdings zweifelten Experten bereits an dessen Stärke und Effektivität.
Da ist es nur gut, dass Bankkunden auch selbst tätig werden können. Schließlich haben sie die Möglichkeit, durch einen Kreditvergleich eine günstigere Alternative zum teuren Dispokredit zu finden.

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3 Antworten zu “Dispozinsen: So zocken Banken ihre Kunden ab”

  1. girokonto sagt:

    Wer ein bisschen Ahnung hat sollte ja auch wissen das der Dispo der teuerste Kredit überhaupt ist, um hier gar nicht erst reinzurutschen sollte man sein Girokonto auf Guthabenbasis führen und für eventuelle Notfälle jeden Monat mit einem Sparbetrag vorsorgen.

  2. Zupan,N. sagt:

    Wirklich gut geschrieben… Der Begriff „zocken“ passt wie die Faust aufs Auge.
    Wahrscheinlich die teuerste Kreditart überhaupt.
    Wenn Geld benötigt wird und der Weg zur Bank ansteht, ist es nur gut, wenn man sich im Internet vorher informiert.

  3. Johannes sagt:

    Fakt ist: Der Dispokredit ist das teuerste Geld, dass man sich leihen kann.
    Eine günstigere Alternativen bietet (beispielsweise in Engpasssituationen am Monatsende) der Mikrokredit.

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