Kreditgebühren: Darum nimmt der Ärger kein Ende

(foto) Kreditgebühren - Wenn die Banken auf Zeit spielenIn seinem Urteil vom Mai und Oktober des letzten Jahres befand der Bundesgerichtshof (BGH), dass die von Banken erhobenen Bearbeitungsgebühren für Ratenkredite unzulässig sind und Kunden bereits gezahlte Gebühren samt Zinsen zurückfordern können. Doch manche Banken stellen sich in puncto Erstattung noch immer quer.

Nach den beiden Urteilen des BGH im vergangen Jahr konnten sich Kunden freuen, die nun Gebühren für Kredite von ihrer Bank zurückerhalten sollten. Doch die Freude währte nicht lang, denn trotz eindeutiger Rechtslage versuchten einige Banken sich mit allen Mitteln aus der Verantwortung zu ziehen. Noch immer haben nicht alle Kreditnehmer ihr Geld zurück.

Kreditgebühren in Milliardenhöhe

Für eine Bank bedeuten die Rückzahlungen der Bearbeitungsgebühren eine starke finanzielle Belastung – daran besteht wohl kein Zweifel. Immerhin löste das Urteil des BGH eine förmliche Rückforderungswelle aus. Allein die Deutsche Bank kalkulierte Rückstellungen in Höhe von 400 Millionen Euro sowohl für die eigenen als auch für die Kreditgeschäfte der Postbank. Mit diesen plant die größte deutsche Bank, die Ansprüche ihrer Kunden bezüglich unzulässiger Kreditbearbeitungsgebühren zu begleichen. Auch die Targobank rechnet mit Rückzahlungen von mehr als 200 Millionen Euro. Die Commerzbank sowie Easycredit beziffern ihre Kosten auf 35 Millionen beziehungsweise 40 Millionen Euro. Da die Daten von den über 400 Sparkassen und etwa 1.000 Genossenschaftsbanken bislang fehlen, kann die Gesamtsumme noch nicht genau festgelegt werden. Jedoch geht die deutsche Kreditwirtschaft davon aus, dass Zahlungen von über einer Milliarde Euro getätigt werden müssen.

Manche Banken setzen auf Verjährung der Kreditgebühren

Es gibt jedoch auch die ein oder andere Bank, die sich recht zögerlich verhält. So hatte etwa die Santander Consumer Bank im Dezember 2014 ihren Kunden öffentlich zugesagt, dass sie auch ohne Einschalten des Ombudsmanns und Gerichtsverfahren entschädigt werden. Allerdings hat sich die Santander Bank mindestens in Einzelfällen nicht daran gehalten. Vielmehr beruft sich die Bank in einigen Fällen auf die Verjährung der Kreditbearbeitungsgebühren. Aus diesem Grund häuften sich die Beschwerden gegen die Santander Bank. Doch auch zahlreiche andere Banken zögern die Rückzahlungen der Gebühren samt Zinsen immer weiter hinaus.

Zahlung der Zinsen auf Kreditgebühren verweigert

Allerdings haben viele Kunden nicht nur Ärger daran, dass ihre Bank die Zahlungen so lang es geht verzögern. Vielmehr verweigern etliche Banken den Kreditnehmern die Zinsen, welche ihnen für die unrechtmäßigen Bearbeitungsgebühren zustehen.
Der Kampf um die Kreditgebühren ist also noch lange nicht ausgefochten, schließlich wurden von 2012 bis 2014 weiterhin Gebühren erhoben, die Bank -Kunden zurückverlangen können, da diese längst nicht verjährt sind.
Dabei sollten sich Kunden keinesfalls von ihrer Bank vertrösten lassen. Wenn nämlich die Banken die Rückzahlung verweigern, dann bietet sich der Gang zum Ombudsmann beziehungsweise zum Anwalt an. Denn die Bewegung, die durch die beiden Urteile des BGH entstanden ist, können Banken nun nicht mehr abblocken.

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