Kreditgebühren: Was tun, wenn Banken Rückzahlung verweigern?

(foto) Kunden müssen schon fast bettelnIm Mai 2014 entschied der Bundesgerichtshof (BGH), dass die von den Banken erhobenen Gebühren für die Bearbeitung von Kreditverträgen unzulässig sind. Die Richter des BGH wiesen die Banken an, bereits eingezogene Bearbeitungsentgelte zurückzuerstatten. Doch selbst vier Monate nach dem Urteilsspruch verweigern zahlreiche Kreditinstitute die Rückzahlung. Wie können Bankkunden dagegen vorgehen?

Etliche Verbraucher hatten nach dem Urteil des Bundesgerichtshofes auf Rückerstattungen der Gebühren für ihre Kredite gehofft, doch viele Banken zeigen sich davon wenig beeindruckt und sind um Ausreden nicht verlegen. Kreditnehmer sollten jedoch keinesfalls locker lassen und die Rückzahlung der Gebühren bei ihrer Bank einfordern.

 

BGH-Urteil: Kreditgebühren sind rechtswidrig

Nach Schätzungen der Stiftung Warentest haben Banken in den Jahren zwischen 2005 und 2013 etwa 13 Milliarden Euro an Kreditgebühren eingeheimst. Daher waren Verbraucherschützer sehr froh über das BGH-Urteil am 13. Mai 2014, nach dem die Kunden die Gebühren für Kredite zurück erhalten sollten. Denn laut den Richtern des BGH seien solche Bearbeitungsentgelte rechtswidrig.
Wer nun glaubt, die Banken zahlen die eingezogenen Gebühren von selbst an ihre Bankkunden zurück, der irrt. Grundsätzlich zahlen die Kreditinstitute nur bei Kreditverträgen ab 2011 und auch erst nach schriftlicher Aufforderung seitens der Kunden. Doch viele Banken sind noch nicht einmal dazu bereit und stellen sich bei Rückzahlungsansprüchen quer.

Rückerstattung verweigert: Beschwerden häufen sich

Obwohl auch die Verbraucherzentralen die Kreditnehmer bei der Rückzahlung der Kreditgebühren mit entsprechenden Musterbriefen unterstützt haben, stemmen sich Banken vehement dagegen. Andreas Behn von der Verbraucherzentrale Thüringen in der Landeshauptstadt Erfurt machte deutlich, dass die Beschwerden aufgrund von Ablehnungsschreiben zunähmen. Die Kreditinstitute seien dabei sehr kreativ und brächten verschiedene Argumente hervor, warum die Rückerstattung nicht erbracht werden könne, so Behn weiter. Verbraucher sollten sich jedoch davon nicht beeindrucken lassen, sei doch das Urteil des Bundesgerichtshofes diesbezüglich mehr als eindeutig.

Die Verbraucherzentralen empfehlen zurückgewiesenen Kunden daher, zuerst die Ombudsleute der Sparkassen- und Bankenverbände aufzusuchen und ihnen die entsprechenden Ansprüche klar und deutlich vorzulegen. Alternativ bietet sich für Kreditnehme natürlich der Gang zum Anwalt an.

Weiteres Urteil zu Kreditgebühren noch ausstehend

Am 28. Oktober 2014 wird der BGH darüber entscheiden, ob auch Kunden, die ihren Kredit vor 2011 abgeschlossen haben, von ihrer Bank das Geld zurückerstattet bekommen. Bis dato fallen diese Kreditverträge unter die dreijährige Verjährungsfrist. Sollten die Richter diese Frist bestätigen, müssten sich Kreditnehmer mit Verträgen aus 2011 beeilen, denn sie könnten Rückerstattungsansprüche nur noch bis Jahresende 2014 bei ihrer Bank geltend machen.

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