Kredit Score der SCHUFA ist legales Geheimnis

(Bild) SCHUFADie Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung (SCHUFA) muss auch zukünftig keine detaillierte Auskunft zur Berechnung der Kreditwürdigkeit von Verbrauchern geben. Das entschied der Bundesgerichtshof in einem aktuellen Urteil.

Anlass für das BGH-Urteil  (Aktenzeichen V1 ZR 156/13) war die Klage einer 54-jährigen aus Hessen. Für die Finanzierung eines Autokaufs hatte die Klägerin von der Schufa im Oktober 2011 eine Bewertung ihrer Kreditwürdigkeit gefordert. Die Bonitätsbewertung der Verbraucherin (genannt „Scoring“) fiel zuerst negativ aus, weil die Schufa den Namen der Klägerin mit einer anderen Verbraucherin verwechselt hatte. Dieser Fehler hatte zufolge, dass die Klägerin keine Finanzierung für ihren Autokauf erhielt. Erst nach einer Richtigstellung seitens der Schufa bekam die 54-jährige letztendlich doch noch eine positive Bonitätsbewertung. Daraufhin war der Autokredit leicht erhältlich.

Formel für Bonität laut SCHUFA bleibt geheim

Trotzdem reichte die 54-jährige eine Klage gegen die Schufa ein. Ihrer Meinung nach sei die Berechnung ihrer Bonitätsbewertung zu intransparent und das Unternehmen sollte ihr genau erklären, wie ihr Scoring berechnet wird. Die Intransparenz der Scoring-Berechnung wird bereits seit Jahren auch von Verbraucher- und Datenschützern kritisiert. Auch häufige Fehler und Falschberechnungen sind seit Jahren bekannt. Außerdem wies die Klägerin darauf hin, dass ihre Scoring-Ergebnisse unterschiedlich ausgefallen sind, was für sie nicht nachvollziehbar sei. Letztendlich wurde ihre Klage jedoch auch vom Bundesgerichtshof zurückgewiesen. Begründet wurde das Urteil damit, dass die Formel, mit der die Schufa eine Bonitätsbewertung ermittelt, ein Geschäftsgeheimnis des Unternehmens sei. Im Umkehrschluss liegt die Schwachstelle des Verfahrens somit bei den Partnern der Schufa, die ihre privaten Kundendaten an das Unternehmen weitergeben, woraus dieses den Score berechnen kann.

Gesetz sieht nur eine allgemeine Auskunft vor

Generell sind Verbraucher bei Mietverträgen, Krediten und Ähnlichem auf eine positive Auskunft der Schufa angewiesen. Diese Auskunft muss nach dem Bundesdatenschutzgesetzes lediglich in einer allgemein verständlichen Form darlegen, wie die Wahrscheinlichkeitswerte zur Kreditwürdigkeit entstanden sind. Vor dem Bundesgerichtshof erklärte der Rechtsbeistand des Unternehmens, dass die Ermittlung auf ein wissenschaftlich anerkanntes, statistisch-mathematisches Verfahren basiert, wobei die genaue Formel ein Geschäftsgeheimnis bleiben müsse.

Schufa sammelt Informationen von über 66 Millionen Bürger

Mittlerweile verfügt die Schufa über sensible Informationen von 66,2 Millionen Bundesbürgern. Dazu zählen Daten zu Bankkonten, Krediten, Kreditkarten, Ratenzahlungsgeschäften oder Bürgschaften. Viele dieser Informationen erhält die Schufa über Vertragspartner, wie bestimmte Firmen oder Banken. Die Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung, welche seit 1927 existiert, hat ihren Sitz in Wiesbaden. Jüngst warnte die Schufa auch vor Datenklau online.

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