Warum Verbraucher ihren Schufa-Eintrag prüfen sollten

(foto) Kredit verwehrt aufgrund eines schlechten Schufa-Eintrages?In den letzten Wochen kamen Werbebriefe der größten Wirtschaftsauskunftei Deutschlands – der Schufa – in einige Haushalte geflattert. Darin bietet das Wiesbadener Unternehmen den Verbrauchern an, sich mit einer Pin auf der Webseite der Schufa registrieren und anschließend für 100 Tage kostenlos ihre Schufa – Einträge einsehen zu können. Laut dem Schreiben kostete das Abo danach zehn Euro im Jahr – eigentlich ein echtes Schnäppchen.

Doch viele Verbraucher wissen nicht, dass sie einmal jährlich ihre Daten bei der Schufa erfragen und kontrollieren können – und dies ohnehin kostenfrei. Die Verbraucherzentralen raten auch dazu, von diesem Auskunftsrecht Gebrauch zu machen, da die gespeicherten Daten nicht selten fehlerhaft sein können.

Wie funktioniert die Schufa?

Die Schufa ist eine Wirtschaftsauskunftei, die an Firmen oder Banken entsprechende Auskünfte über die Zahlungskraft oder die Kreditwürdigkeit derer Kunden gibt. Dazu wird für jeden Geschäftskunden ein Score-Wert festgelegt, welcher sich aus den abgespeicherten Daten ergibt. Diese Informationen erfragen Unternehmen und Kreditinstitute für gewöhnlich ab, bevor ein Vertragsabschluss stattfinden kann. Hierbei gilt dann in der Regel: Je höher dieser Score-Wert liegt, desto bessere Vertragskonditionen können die Kunden erwarten. Natürlich funktioniert dies auch in die andere Richtung und zwar so weit, dass bei einem schlechten Schufa – Eintrag sogar Kredite seitens der Bank abgelehnt werden können.

Daten und Informationen bei der Schufa oft fehlerhaft

Die Problematik an der Ermittlung des Score-Wertes ist die Intransparenz des Verfahrens, welche Datenschützer schon seit langem kritisieren. So kommt es häufig vor, dass die im Schufa – System gespeicherten Daten fehlerhaft oder auch veraltet sind. Einer Frau aus Hessen wurde beispielsweise der Kredit für das Auto verweigert, da sie angeblich einen schlechten Eintrag bei der Schufa hatte. Wie sich später herausstellen sollte, handelte es sich hierbei um eine Verwechselung. Somit können schon die kleinsten Fehler zu ernsthaften Problemen führen. Nicht selten werden alte, schon lange aufgelöste Konten noch immer bei der Schufa aufgeführt oder bereits getilgte Kredite als ausstehend verzeichnet. All dies hat großen Einfluss auf die Kreditwürdigkeit und kann so manchem Zukunftsplan einen dicken Strich durch die Rechnung machen.

Schufa: Einträge über das Internet erfragen

Verbraucher sollten daher ihre Daten regelmäßig bei der Schufa kontrollieren. Dazu müssen sie sich lediglich schriftlich an die Schufa wenden, dies ist auch im Internet per Mail möglich. In der Anfrage enthalten sein, müssen der Name, das Geburtsdatum sowie die aktuelle Anschrift. Nutzer haben das Recht, die abgespeicherten Daten sowie deren Herkunft zu erfragen. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, Auskunft über die Empfänger der Informationen, die Score-Werte und entsprechende Erläuterungen zu den Werten zu erhalten.
Stellen Nutzer dabei fest, dass ihre Daten oder ihre Einträge fehlerhaft sind, sollten sie bei der Schufa um Korrektur bitten, auch dies ist formlos auf schriftlichem Weg und über Internet möglich. Die Schufa muss dann den Zugang zu den persönlichen Daten sperren, bis eine Klärung abgeschlossen ist.
Nutzer sollten von ihrem Auskunftsrecht Gebrauch machen und gegebenenfalls ihren Eintrag bei der Schufa löschen. Damit ersparen sie sich mit Sicherheit die ein oder andere Unannehmlichkeit, die aufgrund falscher Schufa – Angaben entstehen kann.

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