Kartenzahlung: Was bringt mir die Deckelung der Gebühren?

(foto) Geringere Gebühren bei der KartenzahlungSo manch einem sind sicherlich schon einmal die Gesichtszüge entglitten, als er festgestellt hat, dass er satte fünf Euro und mehr an Gebühren bei der Kreditkartenzahlung hinblättern musste. Doch das soll sich nun ändern: Mit einer neuen EU-Regelung sollen diese Gebühren zukünftig gedeckelt werden. Aber kann Otto Normalverbraucher davon wirklich profitieren?

Das Zahlen mit der Kredit- oder EC- Karte ist einfach und unkompliziert. Was viele Verbraucher allerdings nicht wissen: Wenn sie mit der Karte zahlen, kostet dies indirekt mehr als bei der Barzahlung. Schuld daran sind die sogenannten Interbankenentgelte, welche die EU voraussichtlich ab Mai 2015 deckeln will. Das scheint für Verbraucher enorme Vorteile mit sich zu bringen, doch der Schein trügt: Einige Bankkunden werden wohl draufzahlen müssen.

Bei der Zahlung mit der Karte fallen Gebühren an

Zahlt der Verbraucher mit der Karte, stellt dessen Bank dem Kreditinstitut des Einzelhändlers entsprechende Gebühren in Rechnung. Die Höhe dieser sogenannten Interbankenentgelte hängt vom jeweiligen Einkaufswert ab. Abgezogen werden die Gebühren sodann vom Zahlbetrag des Händlers, welcher die Kosten in der Regel wiederum auf den Endpreis aufschlägt, womit auch der Kunde diese Entgelte schließlich zu spüren bekommt. Ein Rechenbeispiel der EU-Kommission verdeutlicht diesen Umstand: Beim Kauf einer Kamera im Wert von 100 Euro beschließt der Kunde, diese mit Karte zu zahlen. Mit Maestro werden bei der Zahlung durchschnittlich 30 Cent fällig. Demgegenüber beläuft sich die Gebühr bei einer Kreditkarte schon auf einen Euro, mit einer Mastercard Gold sind es bereits 1,50 Euro. Wer mit einer Diners Karte zahlt, muss hierbei mit satten zwei Euro rechnen.

EU-Regelung zur Kartenzahlung für einheitliche Gebühren

Diese Unterschiede soll es in Zukunft nicht mehr geben. So will die EU mit einer neuen Regelung die Gebühren bei der Zahlung mit Karte vereinheitlichen und darüber hinaus etwas nach unten drücken. Für die EC- Karte soll folglich ein Limit von 0,2 Prozent des Zahlbetrages gelten, für die Kreditkarte sind es 0,3 Prozent. Die neue Regelung der EU betrifft sowohl inländische als auch grenzüberschreitende Zahlungen, wobei diese nicht bei der Bargeldabhebung am Geldautomaten greift.

Wer profitiert von den Deckelungen der Gebühren

Vor allem Dienstleister und Einzelhändler werden wohl von der neuen Richtlinie profitieren. Diese tilgen laut EU-Kommission immerhin ungefähr zehn Milliarden Euro jährlich an Entgelten, die bei der Kartenzahlung anfallen. Mit der neuen Regelung werde sich dieser Betrag um sechs Milliarden Euro verringern. Ob auch Verbraucher davon etwas haben, ist bislang umstritten. Denn dies wird dadurch bedingt, inwieweit die Händler die Kosteneinsparungen an die Verbraucher weitergeben. Darüber hinaus ist die bargeldlose Zahlung mit Kreditkarten zwar im Ausland sehr beliebt, allerdings hält sich der Einsatz von Kreditkarten davon abgesehen in Deutschland recht in Grenzen, da das Bargeld und die EC-Karte hier noch eindeutigen Vorrang haben.
Vielmehr könnten sich hieraus für Bankkunden sogar Nachteile ergeben. So warnen Branchenexperten, dass Banken bereits planen, von ihren Kunden generell höhere Kreditkartengebühren als Ausgleich zu verlangen. Ebenfalls könnten kostenlose Kreditkarten immer seltener werden.
Welchen Nutzen die neue EU-Regelung tatsächlich für den Verbraucher hat, muss sich folglich noch zeigen.

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