Banges Zittern: China und USA halten Wirtschaft in Atem

Chinas Wirtschaft riskiert eine PleiteDie Woche begann schlecht für die internationale Wirtschaft. Die Börsen der USA brechen deutlich ein und zugleich erschrecken schlechte Nachrichten aus China. So wurden Gerüchte laut, die Bank of China stoppe alle Zahlungsvorgänge. Vereinzelt hieß es sogar, sie sei pleite.

Die Nachrichten überschlugen sich förmlich, denn die Konsequenzen einer Pleite Chinas wären auch für die europäische Wirtschaft gravierend. Zugleich weckte die Meldung aus Fernost Zweifel, hat China doch schließlich enorme Summen Kapital auf der hohen Kante. Nun einige Stunden später herrscht etwas mehr Klarheit, von der vor allem Anleger profitieren können.

Keine falsche Panik

Der erneute Aktieneinbruch in den USA geht auf eine eigentlich positive Meldung zurück. Dort hat Ben Bernanke – seinerseits Chef der Notenbank Federal Reserve – angekündigt, den Gelddruck Ende des Jahres einzuschränken, da die Konjunktur bisher wieder gut anlaufe. Für Broker und Anleger war dies ein Schock. Sie deuteten die Ankündigung als Anzeichen dafür, dass sich bisher verlässliche Grundvoraussetzungen klar geändert hätten. Daraufhin wurden Anleihen, Gold und Aktien im großen Stil abgestoßen. Der Massenverkauf drückte die Kurse. Der Dow Jones verlor mehr als zwei Prozent und auch in Deutschland fiel der Dax um mehr als drei Prozent. Grund zur Freude hatten lediglich die Halter von Staatsanleihen, denn hier sprang die Rendite in die Höhe. Die Reaktion der Anleger zeigt aber, wie missverständlich sich Nachrichten auf die Wirtschaft auswirken. Richtig gehandelt hat der, der die Füße ruhig hielt und zudem die fallenden Kurse genutzt hat, um weitere Aktien günstig einzukaufen, um aus dem bevorstehenden Kursanstieg Gewinn zu schlagen.

China schockt die Weltwirtschaft

Zur perfekten Verwirrung trug letztlich eine Pleitemeldung aus China bei. Dort stehen die Finanzmärkte bereits sein einigen Tagen unter Druck. Die dortige Volkswirtschaft schwächelt, weil die vergebenen Milliardenkredite so hoch und unsicher sind, dass sich die Banken gegenseitig nicht mehr zutrauen, Schulden zu begleichen. Daher leihen sie sich gegenseitig nur schwer (bis zu 25 Prozent Zinsen) bis gar kein Geld mehr. Bislang verließ man sich auf die chinesische Zentralbank, die regelmäßig Geld nachpumpt. Doch diese schien nun eine Lehre erteilen zu wollen und vergab kein weiteres Geld. Die Lektion bedeutet ein hohes Risiko für die chinesische Wirtschaft, da es zu einer Liquiditätsstarre kommen kann. Kann eine Bank ihre Verbindlichkeiten nicht rechtzeitig bei der nächsten einlösen, wo die Rückzahlung von Krediten erwartet wird, um eigene Schulden zu begleichen; sind letztlich zwei Banken verschuldet. Eine Kettenreaktion wäre die Folge. Bricht Chinas Wirtschaft ein, hat dies auch Folgen für die restliche Weltwirtschaft, denn Fernost mischt bekanntlich stark im westlichen Markt mit.

Chinas Straucheln stärkt deutsche Staatsanleihen

Um den chinesischen und internationalen Markt zu beruhigen, hat die chinesische Bank bereits zugesichert flexibel zu reagieren, damit die Liquidität gewährleistet bleibt. Die Ankündigung führte zu einer leichten Entspannung, auch wenn sich in der Industrie Indikatoren zeigen, welche die Angst der Anleger weiter schürt. Die unsichere Lage kann fatale Folgen haben, doch die dadurch steigende Nachfrage nach sicheren Anlagen erhöht bislang auch den Wert deutscher Staatsanleihen.

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