Betrüger nutzen neue Lücke bei SEPA-Umstellung

(Bild) SEPA UmstellungDas neue Sepa-Verfahren soll einen einheitlichen, EU-weiten Zahlungsraum schaffen doch statt Erleichterung, nutzen jetzt Betrüger eine neue Sicherheitslücke. Polizei und Verbraucherschutz schlagen Alarm.

Kontobetrug beim SEPA Verfahren

Die Kriminalpolizei ermittelt im Fall einer Frau aus dem fränkischen Herrieden. Diese erhielt eine E-Mail von ihrer vermeintlichen Hausbank anlässlich der europaweiten Umstellung des Zahlungsverkehrs auf das Sepa-Verfahren. In der Nachricht wurde ein Link platziert, der die Frau umgehend auf eine Seite leitete, welche der des Kreditinstituts offensichtlich zum Verwechseln ähnlich sah. Auf der Internetseite war sodann ein Formular mit persönlichen Daten sowie Telefonnummer auszufüllen. Kurze Zeit später wurde die Kundin von einer angeblichen Bankmitarbeiterin telefonisch kontaktiert, welche vorgab, zur „Sepa-Synchronisation ihres TAN-Generators“ eine TAN-Nummer zu benötigen. Die Frau gab die besagte Nummer durch und war prompt um 3.000 Euro ärmer. Das Geld wurde in der Zwischenzeit auf ein Konto in den Niederlanden überwiesen. Die Chancen ihr Geld wiederzubekommen, stehen für das Opfer äußerst schlecht. Sie ist zudem kein Einzelfall. Gleich mehrmals wurden bis zu fünfstellige Summen transferiert. Eine Sprecherin des Landeskriminalamts Bayern machte deutlich: „Im Zuge der laufenden Sepa-Umstellung verzeichnen wir einen sehr deutlichen Anstieg der Phishing-Fälle“. Genaue Zahlen lagen noch nicht vor.

Täter nutzen Unwissenheit der Kunden

Nicht nur in Bayern häuft sich die Anzahl dieser Fälle massiv. Ebenso sind die Ermittler in anderen Bundesländern erneut aufmerksam geworden. Eine unter den Polizeidienststellen des Landes Hessen durchgeführte Umfrage der hessischen Verbraucherzentrale (VHZ) zeigte beispielsweise, dass es vermehrt zu Anzeigen von Bankkunden kam, die bezüglich SEPA Betrügern zum Opfer fielen. Wolf Brandes, Finanzexperte der VHZ, äußerte dazu: „Verbrecher nutzen die Unsicherheit von Verbrauchern in der Phase des SEPA Verfahrens“. Daher sah sich das Finanzministerium Hessen jüngst gezwungen, die Kunden öffentlich zu warnen. Erst vor wenigen Wochen hatte das SEPA Verfahren Betrügern Tür und Tor geöffnet.

Offenbar sind sich viele Kunden nicht bewusst, dass Banken generell keine sensiblen Daten via E-Mail, Post oder Telefon anfordern. Die Kreditinstitute raten, unaufgeforderte E-Mails unverzüglich zu löschen.

Phishing-Attacken immer häufiger

Dase neue Sepa Verfahren („Single Euro Payments Area“)  sollte ab Februar 2014 verbindlich eingeführt werden, jedoch verschob die EU-Kommission diese Frist für Firmen und Vereine inzwischen auf August. Brandes gab dabei zu bedenken: „Damit ist das Problem nicht gelöst. Die Fristverlängerung gibt den Verbrechern nur mehr Zeit, ihre Betrugsmasche weiter zu betreiben.“ Geld.de rät den Verbrauchern, im Zweifelsfall zumindest das Kreditinstitut oder auch andere Zahlungsdienste wie Paypal zu kontaktieren, um eventuelle Anfragen nach persönlichen Daten durch einen Mitarbeiter bestätigen zu lassen.

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