Vom Regen in die Traufe: Droht der Wirtschaft die Deflation?

(Bild) Euro in der DeflationPurzelnde Energiepreise sorgen im Euro-Raum für ein erneutes Absinken der Inflationsrate auf derzeitige 0,7 Prozent. Im Vormonat Dezember lag die Teuerungsrate noch bei 0,8 Prozent. Steht den Euro-Ländern nunmehr eine Deflation bevor?

Europäische Zentralbank unter Zugzwang

Als das europäische Statistikamt Eurostat vergangenen Freitag in Luxemburg bekannt gab, dass die Inflationsrate im Januar erneut um 0,1 Prozent im Vergleich zum letzten Vorjahresmonat abfiel, dürften Analysten wohl verblüfft gewesen sein, die doch einen Anstieg prognostiziert hatten. Damit bewegt sich die Teuerungsrate wieder vom angestrebten Wert der Europäischen Zentralbank (EZB) weg. Für die Währungshüter garantiert eine Inflationsrate von rund zwei Prozent stabile Preise, je weiter sie sich davon nach unten entfernt, desto höher ist das Risiko einer Deflation. Volkswirte gehen nun davon aus, dass die EZB ihre Geldpolitik noch weiter entspannen wird. In diesem Kontext ist sogar von einer erneuten Leitzinssenkung die Rede.

Sinkende Energiepreise

Die Ursache für das Sinken der Inflationsrate liegt in den rückläufigen Energiepreisen begründet. Im Vergleich zu 2013 waren diese im Januar um 1,2 Prozentpunkte gefallen. Darüber hinaus pendeln sich die Nahrungsmittelpreise auf ein annähernd stabiles Niveau ein, was die Teuerungsrate unmittelbar drückt. Äußerst beunruhigend ist die Aussicht auf die Lawine, die aus Furcht vor einer Deflation in Gang gesetzt werden könnte. In vielen Euro-Staaten wird diese Angst in Anbetracht eines geringen Wirtschaftswachstums geschürt. Infolge fallender Preise reagieren die Menschen vorsichtig und halten sich bei Käufen und Investitionen zurück. Was ihnen dabei nicht bewusst ist: Die Abwärtsspirale wird dadurch immer weiter verstärkt.

Regulation über Senkung des Leitzinses

Der Gefahr einer Deflation vorzubeugen, dafür ist die Europäische Zentralbank verantwortlich, die mittels regulatorischer Instrumente in negative Entwicklungen einzuschreiten vermag. Experten sehen die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass die EZB eine erneute Senkung des Leitzinses vornehmen wird. Bereits im November letzten Jahres ergriff sie wegen niedriger Teuerungsraten diese Maßnahme und setzte den europäischen Leitzins auf ein Rekordtief 0,25 Prozent. Ziel ist es dabei, die Kauf- und Investitionsbereitschaft im Euro-Raum anzuregen – eine hohe Nachfrage erhöht wiederum den Preis. Am kommenden Donnerstag wird der EZB-Rat zusammen kommen. Nach gängiger Meinung dürfte er jedoch vorläufig noch nicht handeln.

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