Royal Bank of Scotland in der Krise

(Bild) Royal Bank of ScotlandDie anhaltende Verlustserie der Royal Bank of Scotland (RBS) hat einen weiteren Höhepunkt erreicht: Dem zum Teil verstaatlichten Geldinstitut droht der höchste Milliardenverlust seit der Finanzkrise.

Obwohl die Royal Bank of Scotland 2008 mit Steuergeldern in Höhe von rund 55 Milliarden Euro vor dem Zusammenbruch bewahrt wurde, schreibt die Bank seitdem jährlich rote Zahlen. 2008 betrugen die Schulden der RBS mehr als 24,3 Milliarden Pfund. Obwohl das Geldinstitut seine Milliardenschulden bereits in den nachfolgenden Jahren stark senken konnte, steigen diese seit 2012 wieder stark an. Zudem hat sich die Bilanzsumme des Geldinstitutes seit 2008 fast halbiert. Klare Zeichen, dass die renommierte Royal Bank of Scotland – gegründet 1727 – in der Krise steckt.

Schuldenabbau durch Radikalkur

Um Schulden abzubauen hatte die Führung der Bank bereits in der Vergangenheit Anteile verkauft und harte Sparmaßnahmen ergriffen. In Zukunft möchte sich die RBS zudem verstärkt auf Firmen- und Privatkunden des britischen Marktes konzentrieren. Dafür sollen das Investmentbanking und das Auslandsgeschäft in den USA und in Asien zurückgefahren werden. Allerdings müssten durch diese Umorientierung rund 30.000 Jobs abgebaut werden. Schon in den vergangenen Jahren musste die RBS mehr als 40.000 Arbeitsstellen streichen.

Rechtsstreitigkeiten mit Investoren

Dass die Royal Bank of Scotland ihre Schulden vollständig abbauen kann, halten Experten für äußerst unwahrscheinlich. Alleine Rechtsstreitigkeiten und neue Schadensersatzforderungen kosten die Royal Bank of Scotland Milliarden. Aktuell wird die Bank von mehreren Investoren verklagt. Es geht um den Verkauf der RBS Aktien im Wert von zwölf Milliarden Pfund, der sich rund ein halbes Jahr vor der staatlichen Rettung der Bank ereignet hatte. Die Investoren werfen der Bank vor, diese falsch über ihre Finanzlage unterrichtet zu haben.

Aktieneinbruch und Ermittlungen wegen Manipulation

Die prekäre Situation der Royal Bank of Scotland zeigt bereits Auswirkungen auf ihren Aktienkurs: Im März ist die RBS Aktie um mehr als sieben Prozent eingebrochen. Zudem droht der Bank für das abgelaufene Geschäftsjahr der höchste Verlust seit sechs Jahren. Trotz dieser Entwicklungen wollte die Royal Bank of Scotland ihren Top-Bankern eine Boni in Höhe von mehr als 500 Millionen Pfund ausschütten. Allerdings muss die RBS diese Pläne vorerst auf’s Eis legen, da gegen sie und andere Großbanken derzeit wegen möglichen Manipulationen von Devisenkursen ermittelt wird. Wird dies der Untergang einer der ältesten und zehntgrößten Banken der Welt?

Die Royal Bank of Scotland (RBS) von 1727 ist nicht zu verwechseln mit der Bank of Scotland (BOS) von 1695.

Foto: (c) Christian Bickel

Das könnte Sie noch interessieren:

Tags: , ,

Unsere Autoren

Kommentar schreiben

Service Line

  • Wir beraten Sie gerne persönlich
  • 0800 - 589 589 0