Wirtschaftswachstum durch verstärkte Nutzung der Meere

(Bild) Nutzung der Meere soll Wirtschaft ankurbelnAnlässlich des Europäischen Tages der Meere kamen am Montag etwa 1.000 Wissenschaftler, Politiker sowie Umweltschützer zu einer zweitägigen Konferenz in Bremen zusammen. Das zentrale Anliegen dieser Zusammenkunft war die Frage nach einer stärkeren nachhaltigen Nutzung von Meeren und Ozeanen sowie dem Beitrag, den diese zum europäischen Wirtschaftswachstum leisten können.

Von der Energieerzeugung über die Gewinnung von Arznei- und Lebensmitteln bis hin zur Förderung seltener Rohstoffe – die Meere bergen ungeahnte Schätze. Daher sollen diese zukünftig stärker zum Wachstum der Wirtschaft in Europa beitragen. Generell – so scheint es – zeichnet sich die Tendenz ab, dass je knapper die Rohstoffvorräte an Land werden, desto stärker sich der Fokus auf die Meere und vor allem den Meeresboden richtet. Bereits seit geraumer Zeit werden Öl und Gas aus immensen Meerestiefen gefördert. Doch in Zukunft soll auch verstärkt auf die Suche nach seltenen und wertvollen Metallen bzw. Edelmetallen gegangen werden.En

„Blaues Wachstum“ mit Weitsicht

Diese Vorhaben dürften aber keinesfalls in einen zu kurzsichtig gedachten Raubbau der Meere ausarten, so Maria Damanaki, EU-Kommissarin für maritime Angelegenheiten und Fischerei. Vielmehr sollte der Ressourcenreichtum der Ozeane auch noch zukünftigen Generationen zuteil werden können. Daher gelte es, die Meere zunächst besser zu erforschen, damit das „blaue Wachstum“ – wie diese Entwicklung bezeichnet wird – den Meeren langfristig nicht irreparabel schadet.

Umweltschützer schlagen Alarm

Dass diese Debatte auf Seiten von Umweltschutzorganisationen auf heftige Kritik stößt, war durchaus abzusehen. Umweltschützer warnen vehement davor, die Meere zu einem Gewerbesektor verkommen zu lassen. Sie fürchten, dass sich ein unkontrollierter Abbau der europäischen Tiefsee abzeichne, sofern die EU keine verbindlichen Grenzlinien um Schutzgebiete zöge.
Eine breite Vereinigung aus verschiedenen Organisationen, wie Greenpeace, BUND, WWF, Robin Wood und Brot für die Welt stellen sogar die Forderung nach einem internationalen Moratorium. Demnach müsse die Ausnutzung der Tiefseeressourcen untersagt bleiben, bis deren Umweltverträglichkeit bestätigt wurde.

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