Ratingagentur bescheinigt deutschen Versicherern Solidität

Niedrigzinsumfeld drückt auf die Ertragslage Die deutschen Versicherungen erhalten von der Ratingagentur Standard & Poors’s auch im Umfeld der Eurokrise gute Noten für ihre Finanzstärke. Lebensversicherungsunternehmen werden aufgrund des anhaltenden Niedrigzinsumfeldes allerdings mit einen negativen Marktausblick versehen.

Trotz der Euro-Schuldenkrise und Turbulenzen an der Börse zeichnet die Ratingagentur Standard & Poor’s (S&P) ein positives Bild von der finanziellen Lage deutscher Versicherungsunternehmen. Rund 80 Versicherungsunternehmen wurden von der Ratingagentur unter die Lupe genommen. Damit stand ein großer Teil des Marktes auf dem Prüfstand. Im Schnitt erhielten die Versicherer ein A-Rating. Dieses Rating kennzeichnet Schuldner, denen eine gute Bonität zugeschrieben wird.

Negativer Marktausblick für Lebensversicherer

Der Blick nach vorn fällt indes differenzierter aus: Während für die Nicht-Lebensversicherer ein zumindest stabiler Ausblick prognostiziert wird, erhielten Lebensversicherungsunternehmen einen negativen Marktausblick. Lebensversicherer haben schon seit geraumer Zeit mit dem niedrigen Zinsumfeld auf den Kapitalmärkten zu kämpfen. Nicht zuletzt deswegen wird auch der Höchstrechnungszins zum 01.01.2012 um satte 0,5 Prozent abgesenkt.

Der dann geltende Garantiezins in Höhe von 1,75 Prozent gilt aber nur für Policen, die ab 2012 abgeschlossen werden. Der durchschnittliche Garantiezins im Portfolio deutscher Lebensversicherer ist wesentlich höher und liegt nach Schätzungen von S&P bei 3,1 Prozent. Darunter sind auch zahlreiche Altverträge, die einen garantierten Zins in Höhe von vier Prozent haben. Die Altverträge mit den relativ hohen Garantiezinsen müssen voll bedient werden. Die Folge: Die Differenz zwischen den Kapitalanlageerträgen der Lebensversicherungsunternehmen und den Garantiezinsen, die den Verträgen gutgeschrieben werden müssen, sinkt zunehmend und belastet die Ertragslage der Lebensversicherer.

Euro-Krise noch keine Gefahr

Zudem geht die Ratingagentur davon aus, dass Lebensversicherer in diesem Jahr zwischen sieben und zehn Prozent Prämieneinbußen erleiden werden. “Auf der einen Seite ist der Bedarf an Lebensprodukten relativ hoch, andererseits sind die Kunden sehr zögerlich bei langen Vertragslaufzeiten”, sagte S&P-Versicherungsexperte Christian Badorff.

Die Euro-Krise stelle nach Meinung der Experten bisher noch keine allzu großen Gefahren für die deutschen Versicherer dar. Der Anteil von Staatsanleihen der Peripherieländer Griechenland, Irland und Portugal sei überschaubar. Die mögliche Ausweitung der Krise auf Spanien und Italien wird dagegen wegen des größeren Engagements in diesen Ländern kritischer eingestuft. „Das würde eine Belastung für die Kapitalergebnisse und die Ratings der Versicherer bedeuten“, sagte Badorff.

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