Reform der Lebensversicherung birgt Opfer

(Bild) LebensversicherungDie Bundesregierung reformiert die Lebensversicherung. Davon betroffen sind alle der etwa 95 Millionen Verträge in Deutschland. Das ist besonders bitter, da es in den meisten Fällen zu finanziellen Opfern kommt und die Lebensversicherung in der Altersvorsorge mit einer Häufigkeit von 44 Prozent die wichtigste Rolle einnimmt.

Das Bundeskabinett hat einen Gesetzesentwurf zur Reform der Lebensversicherung verabschiedet. Inhalt sind drastische Veränderungen bei der Beteiligung von Kunden an schlummernden Geldreserven, aus denen Versicherungen bisher die Rendite finanzierten. Hintergrund der Maßnahme ist die fortschreite Zinssenkung der Europäischen Zentralbank. Indem den Verbrauchern die zu Vertragsbeginn versprochene Rendite gekürzt wird, nimmt die Belastung für die Versicherungen ab. Konkret dürfen nur noch so viele Reserven ausgeschüttet werden, dass die Garantiezusagen anderer Versicherter nicht gefährdet sind.

Lebensversicherung verliert an Attraktivität

Auch auf Neukunden wird sich die Reform der Lebensversicherung auswirken. Ein Knackpunkt ist der Garantiezins. Er sinkt für neue Lebensversicherungen zum 1. Januar 2015 von 1,75 auf 1,25 Prozent. Die Zeiten, in denen der Garantiezins bei 4 Prozent lag, sind längst vorbei.

Verbraucher verlieren mehrere tausend Euro

Für die Zukunft aller Verbraucher, die eine Lebensversicherung laufen haben, bedeutet die Reform einen Verlust von mehreren tausend Euro. Aber nur so kann davon ausgegangen werden, dass die Versicherungen ihre Leistungen erbringen können. Bleiben die Zinsen niedrig, würde ansonsten über ein Drittel der Versicherten bis 2023 das gewünschte Mindestsparziel verfehlen.

Schrumpfende Lebensversicherung über 30 Jahre

Ein konkretes Beispiel verdeutlicht, wo das Geld abgezwackt wird, welches die Versicherungen laut Reform behalten sollen. Wer vor 20 Jahren eine Lebensversicherung abgeschlossen hat, die noch zehn Jahre läuft – insgesamt also über 30 Jahre – der zahlt etwa 25 bis 30 Euro monatlich ein. Nach den ersten zehn Jahren hätte die Lebensversicherung eine Ausschüttung von knapp 50.000 Euro gemeldet. Heute würde sie noch rund 17.000 Euro Ausschüttung versprechen und in weiteren zehn Jahren, wenn die Police tatsächlich ausläuft, liegt die tatsächliche Rendite noch bei maximal 15.000 Euro. Davon sind rund 9.600 Euro durch die eigenen Raten zusammengekommen, während die Zinserträge um etwa 40 Prozent gesunken sind!

Kündigung der Lebensversicherung

Betroffene Verbraucher fragen sich nun, ob sie ihre Lebensversicherung nicht kündigen sollten. Allerdings ist das meist teurer, als sie laufen zu lassen. Lediglich wenn die Lebensversicherung ohnehin kurz vor dem Auslaufen ist, lohnt es sich, rechnerisch zu überprüfen ob eine Kündigung lohnt. Wer jetzt kündigt, profitiert dann noch von hohen Reserven sowie dem alten Recht. Die Reserven, Erträge aus Anlagen der Versicherung, machen derzeit noch fünf bis zehn Prozent der eigenen Rendite aus. Ein Gerichtsurteil ermöglicht es aber auch Geld von der Lebensversicherung zurückzuerhalten.

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