Richtig auf das Urteil zur Lebensversicherung reagieren

(Bild) Urteil zur LebensversicherungDer Bundesgerichtshof in Karlsruhe hat ein Urteil zur Unwirksamkeit der Lebensversicherung gesprochen. Demnach ist der Ausstieg aus der Lebensversicherung bei unsachgemäßer Aufklärung über den Vertrag nicht so einfach möglich oder etwa doch?

Der besagte Kläger ist vor den Bundesgerichtshof gezogen, weil er seine 1998 abgeschlossene Lebensversicherung kündigen wollte. Es handelte sich um eine der bis 2007 üblichen Versicherungspolicen, über deren Details der Kläger aber erst nach Vertragsabschluss aufgeklärt worden ist. Wegen dieser unsachgemäßen Aufklärung wollte der Betroffene seinen Vertrag vor Gericht als unwirksam erklären lassen.

BGH weist Klage gegen Lebensversicherung zurück

Der Bundesgerichtshof hat allerdings nicht zu Gunsten des Klägers geurteilt. Das gefällt Grundsatzurteil vereitelt, dass insgesamt acht Millionen andere Kunden einer Lebensversicherung nicht vorzeitig aus ihrer Police aussteigen können, ohne das teure Kosten auf sie zukommen. Hätte der Bundesgerichtshof anders entschieden, gäbe es alle Beiträge inklusive Zinsen von der Lebensversicherung zurück. So aber können Verbraucher, die mit ihrer Lebensversicherung unzufrieden sind, nicht so einfach kündigen.

Lebensversicherung büßt Rendite ein

Das Grundsatzurteil des BGH ist umso enttäuschender, da die Rendite der Lebensversicherung seit Jahren sinkt. Im Jahr 2000 wurden noch vier Prozent Zinsen garantiert; nach der Reform der Lebensversicherung sind es nur noch 1,25 Prozent. Die beliebteste Sparanlage der Deutschen (so wird die Lebensversicherung hierzulande hauptsächlich genutzt) hat damit erheblich an Attraktivität eingebüßt.

Qualität der Lebensversicherung prüfen

Geld.de empfihelt nun allen Verbrauchern mit einer Lebensversicherung, sich statt am Garantiezins an der Gesamtredite zu orientieren. Diese berechnet sich aus der garantierten Aufbauleistung der jeweiligen Versicherung. Unabhängige Versicherungsberater, die man über die Verbraucherzentralen finden kann, leisten hierbei hilfreiche Arbeit. So wird ersichtlich, ob die eigene Lebensversicherung noch etwas taugt oder nicht.

Garantiezins für Verträge von vor 2000

Lebensversicherungen, die vor 2000 abgeschlossen worden sind, bleiben übrigens weiterhin hoch verzinst. Wer relativ konstant angespart hat, kann sich zudem auch weiterhin über steuerfreie Erträge freuen. Deshalb wird es sich in den meisten Fällen ohnehin lohnen, die Lebensversicherung beizubehalten.

Kündigung der Lebensversicherung

Wer trotzdem die Lebensversicherung kündigen möchte, wird akzeptieren müssen, dass es noch keine gute Alternative dazu gibt. Das ausgelöste Geld würde zwar zur Verfügung stehen, ist dann aber nicht mehr verzinst. Selbst wer es auf dem Girokonto parkt, riskiert Einbußen durch die Inflation. Eine Chance auf Zinsen in Höhe von vier Prozent bekommt man zur Zeit bestenfalls noch beim Aktienhandel. Wer lieber auf Sicherheit setzt, wird zum Festgeld schauen, dort aber wieder auf geringe Zinsen stoßen. Deshalb: Auch wer die Lebensversicherung kündigen will, sollte es sich zweimal überlegen.

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