Wohnungsübergabe: So kommen Sie gut aus der alten Bude

WohnungsübergabeNoch schnell einmal durchkehren und dann nichts wie weg aus der alten Wohnung! Waren das auch Ihre Gedanken, als Sie das letzte Mal umgezogen sind? Kaum einer beschäftigt sich gerne mit seiner alten Mietwohnung, wenn im neuen Zuhause schon die vollen Kartons stehen. Einfach so sollte man die alten Räume jedoch nicht dem Vermieter übergeben.

Wenn Mieter und Vermieter sich trennen, ist eine geregelte Wohnungsübergabe wichtig. Im besten Fall gehen beide gemeinsam durch die gekündigte Wohnung und kontrollieren diese gründlich. Das schützt beide vor Ärger nach dem Auszug. Details werden dazu schriftlich festgehalten.

Wohnungsübergabe: Nur mit Protokoll

Ist der Vermieter für die Abnahme der Mietwohnung richtig vorbereitet, bringt er zum Termin ein Übergabeprotokoll mit, das am Ende von beiden Parteien unterzeichnet wird. Das ist zwar keine Pflicht, erleichtert es aber, bei der Wohnungsübergabe den aktuellen Zustand der Räumlichkeiten festzuhalten. Der Eigentümerverband Haus und Grund in Berlin empfiehlt, etwaige Schäden ganz genau zu protokollieren. So sollte nicht nur festgehalten werden, welche Wände in welchem Zimmer nicht gestrichen wurden. Auch starke Kratzer im Parkett und Schäden an der zur Wohnung gehörenden Einbauküche gehören in das Übergabeprotokoll. Ganz auf Nummer sicher geht, wer die Details fotografisch festhält. Werden Schäden und Defekte nur ungenau angegeben, hat es der Vermieter später schwer, diese dem Mieter gegenüber geltend zu machen. Ebenso ins Protokoll gehören die aktuellen Zählerstande von Strom und Wasser.

Besenrein reicht aus

Man muss nicht vom Fußboden essen können, aber die alte Mietwohnung sollte zum Auszug möglichst sauber übergeben werden. Dazu gehört auch, dass Sperrmüll und alte Einrichtung aus der Wohnung entfernt werden. Selbst angebrachte Gegenstände, wie etwa Rollos, dürfen nur in Absprache mit dem Vermieter in der Wohnung verbleiben. Andernfalls können dem Mieter Kosten für die Räumung in Rechnung gestellt werden. Manche Einbauten, wie etwa eine Küchenzeile können sogar zur Aufwertung der Immobilie beitragen und wecken dadurch vielleicht Interesse beim Vermieter. Das sollten Sie am besten schon vor der Wohnungsübergabe besprechen.

Wenn Reparaturen anfallen

Zu Schönheitsreparaturen sind Mieter nur dann verpflichtet, wenn der Mietvertrag die entsprechenden Klauseln aufweist und es tatsächlich einer Renovierung bedarf. Die üblichen starren Fristen, wie etwa das Streichen der Türen aller fünf Jahre werden unwirksam, wenn der Zustand der Wohnung nach dem Auszug in Ordnung ist. Gebrauchsspuren, die sich aus dem Alltag ergeben, sind dabei unerheblich. Sie können schließlich als Mieter nicht durch Ihre Wohnung schweben! Hat der Mieter jedoch in der Küche eine Fliese angebohrt, wodurch diese abgesprungen ist, muss er den Schaden beheben. Der Vermieter hat dafür eine entsprechende Frist zu setzen. Beide Parteien können sich aber auch darauf einigen, dass der Vermieter sich um die Reparatur kümmert und die Kosten dafür von der Kaution abzieht.

Zum Auszug müssen dem Vermieter alle Schlüssel zur Mietsache vorgelegt werden, also auch die für den Briefkasten und die Kellerräume. Wenn Sie beim Umzug feststellen, dass Schlüssel fehlen, sollten Sie dem Eigentümer lieber gleich Bescheid geben. Unter Umständen muss dann die Schließanlage ausgetauscht werden.

Nach der Wohnungsübergabe

Ist der Mieter ausgezogen, hat der Vermieter sechs Monate Zeit, um die hinterlegte Kaution zu erstatten. Das gilt aber nicht, wenn sich beide Seiten schon bei der Wohnungsübergabe darauf verständigt haben, dass in der Wohnung keine Schäden entstanden sind. Nur für die Betriebskosten darf dann ein Sicherheitsabschlag einbehalten werden, der sich aus der Rechnung des Vorjahres und einem Sicherheitsaufschlag in Höhe von zehn Prozent zusammensetzt.

Etwas einfacher gestaltet sich der Auszug, wenn statt der klassischen Kaution eine Mietkautionsversicherung abgeschlossen wurde. Bei dieser zahlt der Mieter eine wesentlich kleinere Summe als Prämie an einen Versicherer, der wiederum dem Vermieter eine Bürgschaftsurkunde ausstellt. Als Mieter entgeht man so dem kurzfristigen finanziellen Aufwand, eine größere Summe als Mietkaution stellen zu müssen. Das Versicherungsverhältnis endet zeitgleich mit dem Mietverhältnis.

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