Drei von vier Frauen in Zukunft pflegebedürftig

ältere Frau mit PflegepersonalDas Risiko pflegebedürftig zu werden liegt für Frauen bei über 70 Prozent, unter Männern wird jeder Zweite von Pflegebedürftigkeit betroffen sein. Eine gute private Pflegeversicherung kann die Kosten auffangen.

Laut dem am Dienstag veröffentlichten „Pflegereport 2011“ der Barmer GEK lag das Pflegebedürftigkeitsrisiko 2009 für Frauen bei 72 Prozent, für Männer bei 50 Prozent. Dieses Ergebnis bedeutet einen enormen Anstieg. Noch neun Jahre zuvor betrug das Risiko für Männer noch 41 Prozent, für Frauen 65 Prozent. Die Anzahl der Pflegebedürftigen ist innerhalb von zehn Jahren um 16 Prozent angestiegen und lag 2009 bei 2,34 Millionen.

Keine Pflegereform im Schneckentempo

Die Entwicklung gibt zu bedenken. Zwar hält Dr. Rolf-Ulrich Schlenker, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Barmer GEK, die Finanzen der sozialen Pflegeversicherung bis 2014 für hinreichend. Durch die Anhebung des Pflegeversicherungsbeitrags um 0,1 Prozentpunkt werden Mehreinnahmen von 1,1 Milliarden Euro erwartet. Demgegenüber stehen allerdings mögliche zusätzliche Ausgaben von etwa drei Milliarden Euro bei Erhalt der bisherigen Leistungen zuzüglich der Pflege von Demenzkranken. Mit der Pflegereform müsse man schneller vorankommen, so Schlenker.

Studienleiter Professor Heinz Rothgang vom Zentrum für Sozialpolitik der Universität Bremen hält es für notwendig, dass auch Kunden der privaten Kranken- und Pflegeversicherung eingebunden werden. Er mahnt: „Nur eine umfassende Pflegebürgerversicherung, die alle Einkommensarten berücksichtigt, die Beitragsgrenze anhebt und bislang Privatversicherte einbezieht, kann die strukturelle Einnahmeschwäche der Pflegeversicherung beseitigen.“

Zusätzliche Pflegeleistungen nicht akzeptiert

Dem „Pflegereport 2011“ zufolge werden zusätzliche Pflegeleistungen derzeit von den Versicherten positiv bewertet. Dennoch mangele es an Akzeptanz und Bekanntheit. Nur 46 Prozent der Befragten wussten, dass sie solche Leistungen in Anspruch nehmen können.

Pflegekostenlücke mit Pflegezusatzversicherung schließen

Die Unterbringung in einem Pflegeheim oder auch die ambulante Pflege kann schnell das Renteneinkommen übersteigen. Auch haben die Leistungen der sozialen Pflegeversicherung ihre Grenzen. Wer dennoch hohe Pflegequalität möchte, kann sich – möglichst frühzeitig – mit einer privaten Pflegezusatzversicherung vorsorgen.

Das könnte Sie noch interessieren:

Tags: , , ,

Unsere Autoren

Kommentar schreiben

Service Line

  • Wir beraten Sie gerne persönlich
  • 0800 - 589 589 0