Reform der Pflegeversicherung tritt bald in Kraft

Die Reform der Pflegeversicherung ist beschlossene Sache.Die Bundesbürger werden immer älter, wodurch sich die Zahl der Pflegebedürftigen erhöht. Gab es im Jahr 2010 noch 2,4 Millionen pflegebedürftige Menschen, so sollen es im Jahr 2030 nach Angaben der ARAG schätzungsweise 3,4 Millionen Menschen sein, die im Alter auf die Hilfe anderer angewiesen sind. Angesichts des steigenden Bedarfs bringt die Bundesregierung eine Pflegereform in Stellung, der Bundesrat und Bundestag bereits zugestimmt haben.

Vor allem soll die ambulante Versorgung von Demenzkranken ausgebaut werden. Demnach sollen ambulante Pflegedienste zusätzlich zu Grundpflegeleistungen und hauswirtschaftlicher Versorgung künftig auch Betreuungsleistungen anbieten. Zudem erhalten Demenzkranke der Pflegestufe 0 künftig 120 Euro Pflegegeld oder Pflegesachleistungen von bis zu 225 Euro. Die Regelsätze in den Pflegestufen 1 und 2 werden entsprechend angepasst. Pflegebedürftige in der Stufe 1 erhalten nun ein Pflegegeld von 305 Euro oder Sachleistungen von bis zu 665 Euro. Wer in die Pflegestufe 2 eingeordnet wird, erhält ein Pflegegeld von 525 Euro oder aber Sachleistungen bis zu einer Höhe von 1.250 Euro. Außerdem können pflegebedürftige Menschen wählen, ob sie bestimmte Leistungen oder ein Zeitvolumen für die benötigte Pflege in Anspruch nehmen möchten.

Unterstützung für Angehörige und Wohnformen

Die Pflegereform beinhaltet auch mehr Unterstützung für pflegende Angehörige. Diese sollen demnach einfacher eine Auszeit von der Kräfte zehrenden Pflege von Familienangehörigen nehmen können. Wird der pflegebedürftige Angehörige für eine kurze Zeit in eine andere Pflege gegeben, wird das Pflegegeld zur Hälfte weitergezahlt. Wer einen Angehörigen mindesten 14 Stunden pro Woche pflegt, kann diese Zeiten von der Rentenversicherung berücksichtigen lassen.

Das neue Gesetz fördert zudem neue Wohnformen zwischen ambulanter und stationärer Betreuung, was Demenzkranken zugute kommen soll. Für solche Wohngruppen gibt es 200 Euro zusätzlich je Bewohner. Dieses Geld kann beispielsweise für eine Pflegekraft eingesetzt werden. Zudem soll es ein Förderprogramm für die Gründung solcher Wohngruppen geben, das vorsieht, für jeden Bewohner 2.500 Euro für notwendige Umbaumaßnahmen zu zahlen. Dieses Programm ist zeitlich befristet und leistet pro Wohngruppe maximal 10.000 Euro.

Förderung der privaten Pflegeversicherung

Diese Maßnahmen erfordern eine Erhöhung des Beitragssatzes zur Pflegeversicherung um 0,1 Prozent ab dem kommenden Jahr. Zudem wird nun auch der Abschluss einer privaten Pflegezusatzversicherung durch den Staat mit einer jährlichen Zulage von 60 Euro gefördert. Voraussetzung dafür ist, dass der Versicherte mindestens zehn Euro monatlich einzahlt. Die Versicherer ihrerseits dürfen keinen Antragsteller wegen eventuell vorhandener gesundheitlicher Risiken ablehnen. Auch Leistungssausschlüsse oder Risikozuschläge sind nicht erlaubt.

Das könnte Sie noch interessieren:

Tags: , , ,

Unsere Autoren

Kommentar schreiben

Service Line

  • Wir beraten Sie gerne persönlich
  • 0800 - 589 589 0