Bald PKV-Tarif für Nichtzahler?

Stethoskop auf Euro-Banknoten mit MünzenNichtzahler in der privaten Krankenversicherung verteuern die PKV-Tarife. Nun könnte damit bald Schluss sein, wenn ein Angebot speziell für Beitragssäumige auf den Weg gebracht wird.

Durch Versicherte, die Ihre Beiträge nicht mehr zahlen können, entsteht den privaten Krankenversicherern eine Einnahmelücke von über 5,5 Milliarden Euro. Ende September soll es laut dem Verband der privaten Krankenversicherung (PKV-Verband) 144.000 Nichtzahler in Deutschland gegeben haben. Wenn die Beitragseinnahmen ausbleiben, die Krankenversicherung im Krankheitsfall dennoch für medizinische Versorgung zahlen muss, wirkt sich das auf die Finanzen und somit letztendlich auch auf kommende Beiträge für die private Krankenversicherung aus.

Basistarif zu teuer

Bislang bleibt den säumigen Privatversicherten der Weg in den Basistarif, dessen Leistungen um Umgang denen der gesetzlichen Krankenkassen entsprechen. Allerdings ist selbst der Basistarif einigen noch zu teuer. Durchschnittlich 600 Euro kostet er monatlich.

Minimaltarif soll Abhilfe schaffen

Die privaten Krankenversicherer planen, wenn zwei Monate der Versicherungsbeitrag nicht gezahlt wurde, eine Mahnung und nach zwei weiteren Monaten eine zweite Mahnung zu verschicken. Bleiben die Beitragszahlungen immer noch aus, könne der Tarif in einen „Ruhezustand“ versetzt werden, womit dann ein „Nichtzahlertarif“ gelte, wie die „Welt Online“ schreibt. Dieser Nichtzahlertarif würde dann zwar nur etwa 100 Euro kosten, aber dafür auch nur bei akuten Erkrankungen und Schwangerschaft greifen. Wiltrud Pekarek, Vorstandmitglied der Halleschen Krankenversicherung, sagt der „Welt Online“: „Ziel der neuen Nichtzahlertarife ist es, den Anstieg der Beitragsrückstände abzumildern und die Versichertengemeinschaft zu entlasten.“

Bonitätsprüfung als Sicherheit

Wer als Kassenmitglied in die private Krankenversicherung oder ein Privatversicherter das Unternehmen wechseln will, kommt an einer Gesundheitsprüfung nicht vorbei. Manche Versicherer wollen inzwischen das Problem der Nichtzahler eindämmen, in dem sie auch die Bonität testen. Pekarek bestätigt der „Welt Online“: „Um das Risiko von Beitragsausfällen zu minimieren, ist die Hallesche dazu übergegangen, vor dem Abschluss von Krankenversicherungsverträgen nicht nur die Gesundheit, sondern neben der Bonität auch die künftige Zahlungsfähigkeit neuer Kunden zu prüfen.“ Das könnte mehr Sicherheit für die Kunden eines Tarifs bieten, wenn es dadurch zu weniger Zahlungsausfällen kommt.

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