Einmal PKV, immer PKV: Darum gibt es kein Zurück

(foto) Der Hammer ist gefallen - Wechsel von PKV in GKV nicht möglichWer in die private Krankenversicherung wechseln möchte, der sollte sich das im Vornherein gut überlegen, denn der Weg zurück in die gesetzliche Krankenversicherung ist nahezu unmöglich. Selbst wenn die private Krankenversicherung einen Versicherten rauswirft, ist die GKV keine Option mehr, wie aus einem aktuellen Urteil des Sozialgerichts Düsseldorf hervorgeht.

Private oder gesetzliche Krankenversicherung – das ist die Frage: Diese Entscheidung sollte nicht leichtfertig getroffen werden, denn sie ist dauerhaft. Wer die private Krankenversicherung wählt, der entscheidet sich im Umkehrschluss gegen die gesetzliche Krankenversicherung, zu der er dann nur noch unter speziellen Voraussetzungen zurückkehren kann. Selbst ein Rauswurf aus der PKV zählt nicht zu einer solchen Voraussetzung.

 

Ungültiger Vertrag: Rauswurf aus der PKV

Im Fall, der dem Düsseldorfer Sozialgericht vorlag, wurde einem 1962 geborenen Mann, der 2010 von der freiwillig gesetzlichen in die private Krankenversicherung wechselte, von seiner PKV der Versicherungsvertrag gekündigt, weil dieser vor Vertragsabschluss falsche Angaben über seinen Gesundheitszustand gemacht hatte. Der Mann argumentierte zwar, dass er die Auskunft nicht absichtlich derart übermittelt habe, sondern die Informationen vielmehr vom Versicherungsmakler ohne sein Wissen eingetragen wurden, dennoch erklärte die private Krankenversicherung den Vertrag aufgrund arglistiger Täuschung für ungültig. Als der Mann folglich wieder in die gesetzliche Krankenversicherung zurückwechseln wollte, wurde ihm der Beitritt verweigert.

GKV im Recht? So lautete das Urteil

Rein theoretisch habe nie ein Versicherungsverhältnis bei der privaten Krankenversicherung bestanden, schließlich habe ein gültiger Vertrag niemals existiert, so die Argumentation des Mannes. Folglich bestünde für die gesetzliche Krankenversicherung kein Grund, ihm den Beitritt zu verweigern. Doch die Richter des Sozialgerichts Düsseldorf folgten der Linie der GKV. Diese legte dar, dass ein entsprechendes Versicherungsverhältnis bestand, ungeachtet der Tatsache, dass der Vertrag für ungültig erklärt wurde.
Der Mann kann zwar nicht in die gesetzliche Krankenversicherung zurück, allerdings steht ihm ein Basistarif bei einem anderen Privatversicherer zu, denn diese dürften seinen Antrag nicht ablehnen.

Von PKV zur GKV: Wann ist ein Wechsel möglich?

Wie bereits erwähnt ist ein Wechsel von der privaten zurück zur gesetzlichen Krankenversicherung unter gewissen Umständen möglich. So muss ein Versicherter unter 55 Jahre alt sein und mindestens ein Jahr lang weniger als 54.900 Euro verdient haben. Ansonsten können nur Selbstständige in die GKV zurück, sofern sie die Selbstständigkeit aufgeben. Weiterhin müssen sie einkommensfrei oder aber in einem Unternehmen angestellt sein, wobei hier die Einkommensgrenze von 54.900 Euro nicht überschritten werden darf.

Aber warum kann man eigentlich nicht von der privaten zurück in die gesetzliche Krankenversicherung? Ganz einfach: Der Gesetzgeber möchte damit grundsätzlich vermeiden, dass junge Versicherungsnehmer von den niedrigen Beiträgen bei höheren Leistungen in der PKV profitieren und dann im Alter in die deutlich günstigere gesetzliche Krankenversicherung überwechseln, in welche sie jedoch über Jahre hinweg überhaupt nicht eingezahlt haben.
Allerdings bleibt sowieso die Frage, ob die private Krankenversicherung attraktiv bleibt, denn die Beiträge zur PKV könnten bald massiv ansteigen.

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