Krankenversicherung: Längere Wartezeiten und zu wenig Bedenkzeit für IGeL

Patienten im WartezimmerPatienten fordern generell mehr Information, gerade was individuelle Gesundheitsleistungen (IGeL) betrifft, und weniger Bürokratie. Das geht aus einer Studie der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) hervor.

Mit dieser Studie wollte die KBV untersuchen, wie es um die Zufriedenheit der Bürger mit der Krankenversicherung steht. Vor allem die Zufriedenheit der Kassenpatienten mit den IGeL-Angeboten lässt zu wünschen übrig.

Unzufriedenheit mit IGeL-Angebot

Individuelle Gesundheitsleistungen sind Angebote, die GKV-Mitglieder nicht von der Krankenversicherung bezahlt bekommen. Häufig ist die Annahme, die medizinische Notwendigkeit oder Dienlichkeit sei fraglich, Grund dafür, dass die Krankenkassen für IGeL nicht zahlen. Also müssen die Kassenmitglieder die Kosten für IGeL aus eigener Tasche begleichen. Die Initiative zu IGeL kommt größtenteils vom Arzt. In zwei von drei Fällen wird ein solches Angebot vom Patienten auch angenommen. Allerdings würde man ihnen nicht genügend Bedenkzeit geben, sich nach dem ausgesprochenen Angebot zu entscheiden, kritisiert jeder fünfte der Befragten.

Immer noch längere Wartezeit

Dass Kassenpatienten länger als Privatpatienten warten müssen, bis sie einen Arzttermin bekommen bzw. bis sie in der Praxis aufgerufen werden, ist kein Vorurteil, sondern Realität, wie die KBV-Studie zeigt. Während nur 14 Prozent Patienten mit privater Krankenversicherung länger als eine halbe Stunde im Wartezimmer verbringen, sind es bei den GKV-Mitgliedern mit 27 Prozent fast doppelt so viele.

Wer sich erst einmal einen Termin geben lassen will, muss ebenfalls als gesetzlich Krankenversicherter mehr Geduld und Zeit mitbringen. Innerhalb der ersten drei Tage bekommt etwa jeder zweite Kassenpatient einen Termin, bei privat Versicherten sind es 60 Prozent. Über drei Wochen müssen GKV-Versicherte zu 11 Prozent warten, PKV-Versicherte nur zu 4 Prozent.

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