Steigende PKV-Beiträge in 2017: was tun?

Bild Steigende PKV-BeiträgeAb 2017 wird es teurer: Die privaten Krankenversicherungen werden ihre Beiträge im nächsten Jahr voraussichtlich anheben. Betroffene Kunden müssen der Beitragssteigerung dennoch nicht tatenlos zusehen.

Auch im nächsten Jahr müssen Versicherte in der PKV mit steigenden Beiträgen rechnen. Niedrige Zinsen auf dem Kapitalmarkt und höhere Kosten bringen die privaten Krankenkassen in Bedrängnis. So gibt es auch vom Verband der privaten Krankenversicherungen das Statement, dass es 2017 durch „das einmalige Zusammentreffen verschiedener Faktoren zu einer ungewöhnlichen Beitragserhöhung in vielen PKV-Tarifen“ kommen könne. Doch was sollen Privatversicherte tun, wenn es für sie teurer wird?

Vertrag kündigen und Anbieter wechseln

Eine Möglichkeit ist es, den bisherigen Anbieter zu kündigen und sich eine neue private Krankenversicherung zu suchen. Zum Ende eines jeden Versicherungsjahres können Verbraucher ihre private Krankheitskostenvollversicherung mit einer Frist von drei Monaten kündigen. Erhöhen sich die Beiträge, greift ein Sonderkündigungsrecht, das den Verbrauchern eine verkürzte Kündigungsfrist von zwei Monaten zugesteht.

Doch für viele Betroffene ist eine Kündigung mit Anbieterwechsel wegen der sogenannten Altersrückstellungen nur der letzte Ausweg. Diese Rückstellungen werden in den ersten Vertragsjahren gebildet, um höhere Kosten im Alter auszugleichen. Bei Verträgen, die vor dem 1. Januar 2009 geschlossen wurden, gilt, dass sämtliche Altersrückstellungen verloren gehen, die so mühsam angesammelt wurden, wenn der Versicherte den Tarif wechselt. Bei Verträgen, die seit 2009 geschlossen wurden ist es dagegen möglich, einen Teil der Beträge in den neuen Vertrag mit übernehmen. Wer seine private Krankenversicherung wechseln will, sollte sicher daher im Vorfeld gut informieren und die Angebote der PKV vergleichen.

Alte PKV, neuer Tarif

Eine weniger aufwändige Möglichkeit ist es, beim alten Anbieter zu bleiben und lediglich in einen anderen Tarif zu wechseln. Verbraucherschützer empfehlen, die private Krankenversicherung um eine Zusammenstellung aller infrage kommenden Tarife zu bitten. Nach Paragraf 204 des Versicherungsvertragsgesetz können Versicherungsnehmer jederzeit in einen anderen Tarif des selben Anbieters mit gleichartigen Versicherungsschutz wechseln. Bei der Durchsicht der angebotenen Policen können so durchaus Tarife auftauchen, die günstiger sind als der Alttarif und dabei doch die gleichen Leistungen bieten. Der Vorteil: Die angesammelten Altersrückstellungen bleiben erhalten.

In der Regel ist es aber so, dass geringere Beiträge auch mit einem geringeren Leistungsumfang verbunden sind. Dann müssen sich Privatversicherte darüber klar werden, welche Einzelleistungen ihnen wirklich wichtig sind. Auf die Kostenerstattung für den Zahnersatz sollten Kunden jedoch beispielsweise nicht verzichten.

Tipps zur Beitragssenkung

Wer keine Abstriche in Sachen Leistungen machen will, kann auch seine Selbstbeteiligung erhöhen, um in den Beiträgen niedriger zu fahren. Höhere Selbstbehalte sind älteren Versicherten eher weniger zu empfehlen. Zudem sollten Angestellte genau nachrechnen, denn sie erhalten vom Arbeitgeber keine Beteiligung an den Selbstbehalten.

Die Basis- und Standardtarife sind die günstigsten in der PKV und bieten die gleichen Leistungen wie die gesetzlichen Krankenkassen. In den 2009 Basistarifen zahlen Versicherte maximal den Höchstbetrag der gesetzlichen Krankenversicherungen. Aktuell sind das rund 650 Euro monatlich. Reduziert werden kann diese Summe, wenn Versicherungsnehmer hilfebedürftig im Sinne des Sozialrechts sind. Dann wird der Beitrag nicht nur von der Versicherung halbiert, für die Restsumme können Versicherte auch einen Zuschuss ihrer zuständigen Sozialbehörde beantragen.

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