Pflege-Bahr: bislang nur wenig Angebote

Die Einführung des Pflege-Bahr verläuft nur zögerlich.In die Reform der Pflegeversicherung, die im vergangenen Jahr beschlossen wurde, wurden große Hoffnungen gesetzt. Doch wie erste Analysen zeigen, wird die auch als „Pflege-Bahr“ bekannte staatlich geförderte Pflegeversicherung bislang nur zögerlich angenommen. Lediglich ein Drittel der Versicherer öffnen sich für das Produkt, auf dem Markt gibt es bisher nur wenige Anbieter.

Ende der vergangenen Woche trat die staatlich geförderte Pflegeversicherung offiziell in Kraft, doch noch bieten nur wenige private Krankenversicherer eine entsprechende Police an oder planen deren Einführung in unmittelbarer Zukunft. Dennoch ist das Gesundheitsministerium unter Daniel Bahr zuversichtlich. Laut dem Gesundheitsminister geht man davon aus, dass sich die Zahl der Angebote bald erhöhen wird.

Kontrahierungszwang sorgt für Zurückhaltung

Für die bisherige Zurückhaltung der Anbieter werden mehrere Gründe angeführt. Ein erster Grund ist, dass die Endfassung der Verordnung erst am Ende des vergangenen Jahres ausgegeben wurde. Außerdem gab es Unstimmigkeiten unter den Krankenversicherern wegen einiger Details der Musterbedingungen. Diese mussten vom Branchenverband erstellt und anschließend vom Gesundheitsministerium abgesegnet werden. Nicht zuletzt hatten auch einige Versicherer so viel mit der Einführung der Unisex-Tarife zu tun, dass sie dem Pflege-Bahr kaum Beachtung geschenkt haben. Ein weiterer wichtiger Grund für die zögerliche Einführung ist jedoch auch das grundsätzliche Bedenken gegenüber einem Versicherungsprodukt mit Kontrahierungszwang, denn die Anbieter müssen jeden Antragsteller aufnehmen, auch wenn dieser bereits an Erkrankungen leidet.

Abweichende Angebote

Verbindliche Angebote für den Pflege-Bahr haben bisher nur fünf Versicherer auf den Markt gebracht (Signal, Barmenia, Deutscher Ring, Huk Coburg und Central). Weitere Angebote soll es bald von Debeka, DKV und Deutscher Familienversicherung geben. Die bisher veröffentlichten Angebote weichen allerdings sehr stark voneinander ab. Die gesetzlichen Vorgaben schreiben vor, dass der Versicherte pro Monat 15 Euro einzahlt (darunter fünf Euro, die der Bund übernimmt). Vorgeschrieben ist außerdem ein Pflegetagegeld von mindestens 600 Euro monatlich für die Pflegestufe III. Der Mindestbeitrag darf nicht unterschritten werden, weshalb jüngere Versicherungsnehmer ein höheres Pflegetagegeld erhalten. Ältere Versicherte müssen jedoch mehr als 15 Euro pro Monat bezahlen, um die monatliche Absicherung von 600 Euro zu erhalten. Das Alter, in welchem der Versicherungsnehmer den Mindestbeitrag zahlt und die Mindestsumme erhält, variiert jedoch je nach Anbieter. Bei der Deutschen Familienversicherung soll es bei 45 Jahren liegen, bei der Debeka bei 35 Jahren.

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