Pflege zu Hause oder in eine Pflegeeinrichtung?

(Bild) PflegeEine Metropole nur für Menschen im Rentenalter? Was anfänglich nach einer verrückten Idee klingen mag, gibt es in China tatsächlich. Ein Geldgeber plant nämlich im Norden Chinas die Errichtung einer „Senioren-City“ auf einer Fläche von knapp 120 Quadratkilometern. Dort soll alles ideal auf die Wünsche und Anforderungen von Senioren abgestimmt sein – von der Versorgung über altersgerechtes, barrierefreies Wohnen bis hin zur Pflege.

Hierzulande würde ein solches „Pensionärs-Ghetto“ nicht unbedingt auf breite Befürwortung stoßen, wie eine aktuelle TNS-Emnid-Studie im Auftrag der Ergo Direkt Versicherungen ergab. Den Umfrageergebnissen zufolge wollen 69 Prozent der Teilnehmer in ihrer Rentenzeit nämlich keineswegs ausschließlich von anderen Senioren umgeben sein. Lediglich jeder dritte Befragte begrüßt im Gegenzug den Gedanken einer Senioren-Stadt, da Rentner ihrer Auffassung nach dort tatsächlich altersgerecht wohnen könnten.

Verwandte zu Hause pflegen

Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels beschäftigen sich auch immer mehr Deutsche damit, wie sie sich die eigene Pflege oder die Pflege von Verwandten im Ernstfall vorstellen würden. In einer früheren Studie wollte TNS Emnid schon einmal wissen, welche Vorstellungen die deutschen Bundesbürger von ihrem Leben im Fall einer Pflegebedürftigkeit haben. Ganz oben auf der „Pflegewunschliste“ rangierte dabei die Pflege von Verwandten zu Hause: Ganze 72 Prozent der Befragten gaben damals an, am liebsten in den eigenen vier Wänden von der Familie oder vom Partner gepflegt werden zu möchten. Lediglich 17 Prozent bevorzugten im Gegensatz dazu die Pflege durch Fachkräfte in einer Pflegeeinrichtung. Und nur acht Prozent zeigten sich dafür offen, sich zu Hause von einer professionellen Pflegerin, derzeit oft aus Osteuropa, pflegen zu lassen.

Eigene Frau ist beliebteste Person zur eigenen Pflege

Darüber hinaus lieferte die Studie noch weitere interessante Ergebnisse. Beispielsweise möchten sich 54 Prozent der Männer am liebsten von ihrer Frau pflegen lassen – 23 Prozent würden dies auch anderen Mitgliedern der Familie überlassen. Bei den Frauen wiederum sind die Zahlen fast verdreht: Nur 25 Prozent der Frauen wünschen sich die Pflege durch ihren Ehemann, wohingegen 43 Prozent die Pflege durch ein anderes Familienmitglied favorisieren würden. Trotzdem bleibt die Pflege zu Hause der mehrheitliche Wunsch der Deutschen. Zugleich dürfte dies aber auch die unwahrscheinlichste Möglichkeit sein, denn heutzutage fordern Beruf und eigene Familie viele Menschen zu sehr, als dass sie sich um die eigenen Eltern kümmern können – leider!

Pflegende Verwandte entlasten

So bequem für Pflegebedürftige eine Betreuung daheim auch ist, so beschwerlich ist die Verantwortung andererseits für die pflegenden Angehörigen. Oftmals unterschätzen Ehepartner oder Kinder den tatsächlichen Aufwand und bleiben bisweilen selbst auf der Strecke. Ausgelaugt von der Belastung erkranken sie teilweise selbst oder brauchen externe Hilfe. Die unabhängige Sachverständige für Pflege Heike Bohnes vertritt sogar die Meinung, dass niemand in der Lage sei, einen Angehörigen dauerhaft ohne Unterstützung zu pflegen. Deshalb sei es auch so existenziell wichtig, mithilfe finanzieller Leistungen aus Pflegepflicht- und Pflegezusatzversicherung, wie einer Privaten Pflegeversicherung für Entlastung zu sorgen. Kritisch ist aber, dass die meisten Deutschen eine Diskrepanz zwischen Angst vor der Pflege und Vorsorgemaßnahmen aufweisen.  Heike Bohnes erläutert die konkreten Möglichkeiten fremder Unterstützung, die eine Pflegeversicherung ermöglichen würde: „Man kann sich bei der Pflege etwa von einem Pflegedienst unterstützen lassen oder eine Tagespflege in Anspruch nehmen.“ Für den Fall, dass die Pflegeperson aufgrund wichtiger Termine oder Urlaubs in der Pflege verhindert ist, stehe dem Pflegebedürftigen bei der Tagespflege oder dem Pflegedienst beispielsweise auch eine sogenannte Kurzzeit- beziehungsweise Verhinderungspflege zu.

Alternative „Senioren-WG“

Viele Ruheständler sehen inzwischen übrigens auch eine Senioren-WG als gute Alternative. „Falls das Gefüge insgesamt harmoniert, ist eine WG das beste Mittel gegen die Einsamkeit im Alter“, bekräftigt auch Heike Bohnes. Schließlich kann man in solchen WGs externe Betreuung und Hilfe häufig leichter organisieren, als wenn man als betroffener Pflegebedürftiger alleine lebt.

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Eine Antwort zu “Pflege zu Hause oder in eine Pflegeeinrichtung?”

  1. Exner Marlies sagt:

    Sie erwähnen die Pflege durch Familienangehörige, aber wenn man die Versicherung (Pflege) wie vertraglich geregelt in Anspruch nehmen muss, stößt man auf Widerspruch. Folgendes:
    an einem Dienstag – Feststellung , das OP erforderlich,
    Mittwoch und Donnerstag – Voruntersuchung zur OP
    Sonntag – Einweisung ins Krankenhaus
    Montag – OP bis andere Woche Dienstag – Krankenhausaufenthalt
    Mittwoch Entlassung nach Haus für 9 Tage – dann REHA
    – in den 9 Tagen private Hilfe im Haushalt in Anspruch genommen.
    – Wie sollte in den 9 Tagen -vorher war es nicht möglich – ein offizieller Pflegedienst die erforderliche Bedürftigkeit feststellen ?? So ein Pflegedienst kommt nicht von heute auf morgen, um diese Anamnese durchzuführen. – Also habe ich die mir helfende Person bezahlt in der Annahme und mit dem Wissen aus früheren Inanspruchnahmen, dass ich diese Kosten bei der Basler (damals war es noch der Deutsch Ring ) einreichen kann. Ergebnis – Ablehnung – ohne Anamnese geht hier nichts und wenn diese nach erfolgter REHA ( eventl. ca. 6 Wochen später) erfolgen sollte, muß man noch überlegen und wenn, dann auf keinen Fall rückwirkend, weil man diese 9 Tage Hilfe ja nicht nachvollziehen kann. Ärztl. Berichte lagen vor, Frage: Wofür dann diese Versicherung – in den für mich erforderlichen 9 Tagen konnte niemand von einem Tag zum anderen vorbeikommen um diese Anamnese zu erstellen,!!- Erwähnen möchte ich noch, dass diese weitere OP bereits vorab per FAX angekündigt wurde. !! Für was ist dann diese Versicherung gut ???? Man kann sie ja nur in Anspruch nehmen, wenn man – so theoretisch – zunächst einen Pflegedienst vorab beaufragt, bevor man zur OP ins Krankenhaus geht, um ja terminlich alles in die Reihe zu bekommen !! Es darf also kein plötzlicher Krankenfall auftreten, dann hat man eben schlechte ( für die Versicherung gute) Karten !!
    So ist mir dies passiert – ich habe es zur Kenntnis genommen, diese Beurteilung könnte von mir aus auch veröffentlicht werden, damit anderen Mitgliedern dies nicht passiert und sie vor einer OP alles gut terminlich hintereinander ordnen können, um diese Pflegeversicherung in Anspruch nehmen zu können.,

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