Reform der Pflegeversicherung: Mehr Leistungen für Demenzkranke

Reform der Pflegeversicherung unterstützt DemenzkrankeDie Neuausrichtung der Pflegeversicherung stellt die Bundesregierung derzeit vor einige Herausforderungen. Innerhalb und außerhalb der Parteien wird der Gesetzentwurf kontrovers diskutiert.

In Deutschland sind derzeit rund 2,4 Millionen Menschen pflegebedürftig, viele von ihnen leiden unter Demenz. Diese Zahl soll laut Experten in den nächsten Jahren auf mehr als 4 Millionen Betroffene steigen. Wenn es nach dem Willen der Bundesregierung geht, sollen Demenzkranke und deren Angehörige ab 2013 deutlich bessere Leistungen beziehen können. Dazu soll ab 01. Januar 2013 der Beitragssatz zur sozialen Pflegeversicherung um 0,1 Prozentpunkte steigen. Für Kinderlose beträgt der Beitragssatz dann 2,3 Prozent, alle anderen zahlen 2,05 Prozent. Durch diese Erhöhung will der Bund in den Jahren 2013 bis 2015 3,54 Milliarden Euro mehr einnehmen.

Mehr Unterstützung für Demenzkranke

Versicherte ohne Pflegestufe, deren eine erheblich eingeschränkte Alltagskompetenz bescheinigt wurde (Pflegestufe 0), haben durch die Reform erstmals Anspruch auf Pflegeleistungen. Sie erhalten entweder ein Pflegegeld in Höhe von 120 Euro pro Monat oder aber Pflegesachleistungen, die bis zu 225 Euro betragen können.

Personen, die an Demenz erkrankt sind und der Pflegestufe I zugeordnet wurden, sollen ebenfalls mehr Geld erhalten. Sie sollen entweder ein um 70 Euro auf 305 Euro gestiegenes Pflegegeld oder aber Sachleistungen bekommen, die um 215 Euro auf bis zu 665 Euro erhöht werden.

Auch für Demenzkranke mit Pflegestufe II, denen eine schwere Pflegebedürftigkeit bescheinigt wurde, sollen sich die Leistungen erhöhen. Laut dem Gesetzentwurf sollen sie 85 Euro mehr und damit 525 Euro Pflegegeld erhalten. Alternativ sollen sie Pflegesachleistungen in Höhe von 1.250 Euro beziehen können, ein Plus von 150 Euro. In Bezug auf zusätzliche Betreuungsleistungen, beispielsweise für eine Tagespflege, gibt es keine Änderungen im Gesetzentwurf, diese sollen wie bisher nur auf Antrag und nach eingehender Prüfung genehmigt werden.

Diskussionen um den Gesetzentwurf

Vertreter der gesetzlichen Krankenkassen befürchten, dass ihre Mitglieder durch die Reform weit mehr Kosten tragen müssen, als bislang bekannt ist. Zudem kritisieren sie die geplante Umsetzung des neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffs, der im Zuge der Pflegeversicherungsreform definiert werden soll. Den Parteien Die Linke und Bündnis90/Die Grünen geht der Gesetzentwurf indes nicht weit genug, sie fordern eine noch deutlichere Aufstockung der Pflegeleistungen. In der kommenden Woche findet dazu eine erneute Beratung statt, in der die verschiedenen Vorschläge diskutiert werden.

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