Browsergames: Gerichtsurteile in Deutschland

(Bild) Gerichtsurteil BrowsergameBrowsergames boomen. Ohne Installation, ohne zusätzliche Geräte werden sie ganz einfach am Computer gespielt und stehen ihren Nutzern noch dazu kostenlos zur Verfügun.  Bestimmte virtuelle Güter für die Browsergames, zum Beispiel neue Fähigkeiten für eine Spielfigur oder eine bessere Ausrüstung, kosten allerdings mitunter Geld. Wie viel? – Genug für Rechtsstreitigkeiten.

Browsergames, wie etwa auf de.upjers.com erfreuen sich wachsender Beliebtheit. Selbst im Fernsehen werden Farmspiele, Freizeitpark- und Strategiegames beworben. Damit die Spieler ein höheres Level erreichen, erfolgreicher sind, schneller, besser oder mehr Optionen zur Auswahl haben, können sie oftmals „Add Ons“ zukaufen. Die gewünschte Sonderausstattung für ihr Browsergame zahlen die Nutzer per Paypal, über eine SMS oder Anrufe auf 0900-Nummern. Oftmals treiben Kinder die Telefonrechnung ihrer Eltern so in die Höhe, ohne dass es unmittelbar auffällt. Nun beginnen meist die rechtlichen Probleme. Den Anbietern ist das allerdings egal, denn die Rechtsprechung zu Browsergames ist in Deutschland nicht eindeutig. Deshalb boomt das Geschäft! Mit folgenden Urteilen aber, können sich Verbraucher wehren und brauchen keine Befürchtungen vor der gerichtlichen Konfrontation haben.

Amtsgericht Hamburg: Anbieter muss zurück zahlen

So hat etwa das Amtsgericht Hamburg entschieden, dass die Gebühr, die von einem Kind verursacht wird, vom Browsergame Anbieter zurückgezahlt werden muss. In dem konkreten Fall hatte ein Kind kostenpflichtige Nummern gewählt, sodass 430 Euro zusätzlich bezahlt werden sollten. Weil aber das Kind nur beschränkt geschäftsfähig ist, sei der Vertrag schwebend und somit unwirksam gewesen. Selbst die Eltern als Vormund sind in diesem Fall nicht haftbar. Stattdessen begeht der Anbieter ein unrechtmäßiges Geschäft.

Landgericht Saarbrücken: Eltern haften nicht

Auch das Landgericht Saarbrücken musste sich in einen Fall einschalten, in dem ein Junge für 2800 Euro telefonierte, weil er seine Erfolgschancen in einem Browsergame verbessern wollte. In genau diesem Fall versuchte der Anbieter den Weg über die Eltern zu nutzen. Das saarländische Gericht entschied aber klar, die Eltern müssten die Rechnung nicht zahlen, weil es sittenwidrig sei, für den Vertrieb kostenpflichtiger „Features“ in Browsergames aus unwirksamen Rechtsgeschäften mit beschränkt Geschäftsfähigen über 0900-Nummern abzurechnen. Wer Minderjährige animiert, unbefugt in den Geldbeutel der Eltern zu greifen, handelt sittenwidrig, auch wenn die Eltern so fahrlässig waren, den Geldbeutel nicht wegzuschließen, so die bildhafte Erklärung der Richter.

Landgericht Darmstadt: 2500 Euro gehen an den Browsergame-Anbieter

Anders verlief ein Fall im hessischen Darmstadt. Das Landgericht entschied hier, dass die Eltern die knapp 2500 Euro, die ihr Kind für Browsergames vertelefonierte, zahlen müssen. Die Begründung: Der Vertrag sei zwischen Anschlussinhaber und dem Anbieter zustande gekommen. Da die Eltern Anschlussinhaber des Internets sind, sind sie automatisch Vertragspartner mit dem Browsergame – Anbieter. Somit wären sie auch in der Verantwortung gewesen, den richtigen Umgang mit dem Internet zu gewährleisten. Trotz dass die Justiz mehrheitlich gegen Internettricks spricht, sollten Eltern daher wachsam sein, damit die Rechtsschutzversicherung erst gar nicht zum Einsatz kommen muss.

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